Dennoch wäre es ein Schritt in die falsche Richtung. Auf allen Ebenen versucht die Politik, die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zu fördern. Das setzt aber voraus, dass es auch etwas zu vereinbaren gibt. Indem man die Sitzungen der Kreisgremien in den Abend legt, werden Kollisionen von Arbeits- und Ehrenamtszeit größtenteils einfach eliminiert - zugunsten der Arbeitgeber, die dann ohne Einschränkungen stets 100 Prozent Arbeitszeit einfordern können. Die Folge: Die politische Ehrenamtstätigkeit tritt nicht mehr in Konkurrenz zur Arbeit, sondern zur Freizeit. Zur Familienzeit. Zum Feierabend. Zum Stammtisch. Zur Gemeinderatssitzung. Oder zum Vereinsabend. Denn wer sich ehrenamtlich engagiert, tut das meist nicht nur an einer Stelle.
Kronach Nicht zu Ende gedacht
Christian Kreuzer 17.04.2019 - 19:39 Uhr