Eigentlich klingt es schizophren: Einerseits kämpft man im Landkreis Kronach gegen Abwanderung, andererseits scheint es mancherorts nahezu unmöglich zu sein, eine Wohnung zu finden. "Wenn man die Eckdaten des Wohnungsmarkts betrachtet, ist die Situation auf den ersten Blick wenig angespannt", meinte auch Zukunftscoach Gabriele Riedel in der Kreistagssitzung am Montag. Die Mietpreise seien unterdurchschnittlich, es würden neue Wohnungen gebaut und der marktaktive Leerstand liege bei 5,3 Prozent. Doch da gebe es einen Haken: Ein großer Teil des theoretisch zur Verfügung stehenden Wohnraums entspreche nicht mehr den Anforderungen der Menschen. "Qualitative Zusatznachfrage" heißt das im Fachchargon. Nun soll das Berliner Institut Empirica eine professionelle Analyse der Ist-Situation durchführen, woraufhin der Landkreis ein Wohnraum-Gesamtkonzept erstellen will. Das Ganze basiert auf einem Antrag der CSU-Fraktion.
Kronach Rumdumschlag in Sachen Wohnraum
Julia Knauer 29.10.2018 - 18:08 Uhr