Kronach Weg mit den Hindernissen!

Karl-Heinz Hofmann

In Sachen Barrierefreiheit gibt es in Kronach noch einiges zu tun, sagt der Sozialverband VdK. Zum Beispiel im erst kürzlich sanierten Rathaus.

Bei der Übergabe des VdK-Gutachtens zum Thema Barrierefreiheit im Kronacher Rathaus (von links): Ludwig Ruß, Hanni Wachter, Heinz Hausmann, Bürgermeisterin Angela Hofmann, Günter Bauer, Anja Schmidt und Irene Müller. Foto: Karl-Heinz Hofmann

„Weg mit den Barrieren!“ – das ist das Ziel des Sozialverbands VdK Bayern. Auch der Kronacher VdK-Kreisverband und der VdK-Stadtverband Kronach widmen sich diesem Thema und führten dazu eine Stadtbegehung im vergangenen Juli durch. Dabei waren Berater aus ganz Bayern vor Ort, um die Kreisstadt auf Barrierefreiheit hin zu prüfen.

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Genau vier Monate später überreichten nun der Berater des Kreisverbandes Kronach, Günter Bauer, und Kreisvorsitzender Heinz Hausmann Bürgermeisterin Angela Hofmann die Ergebnisse. Bei der Begehung habe man mehrere kritische Punkte entdeckt, sagten Bauer und Hausmann. Zum Beispiel im erst kürzlich sanierten Rathaus, wo man wohl auf energetische Sanierung fokussiert gewesen sei und die Barrierefreiheit übersehen habe. Der Eingang sei zwar sehr breit und schwellenlos gestaltet, aber sämtliche Schriften und Sicherheitsmarkierungen könnten schlecht gelesen beziehungsweise erkannt werden, weil die Folien auf Glas nicht kontrastreich genug seien. Spiegelungen erschweren die Lesbarkeit zusätzlich. Darüber hinaus sei der Briefkasteneinwurf für Rollstuhlfahrer zu hoch. Für sie gebe es außerdem im Eingangsbereich keinen Hinweis auf den Fahrstuhl und die Toiletten.

Zu kleine Buchstaben

Darüber zeigte sich die Bürgermeisterin erstaunt und versprach, diese eigentlich banalen Mängel sofort abstellen zu lassen. Einen weiteren Nachteil sehen die Experten des VdK in der Beschriftung der Namensschilder: Die Buchstaben seien viel zu klein, und die Schilder hingen zu hoch. Auch diesen Mangel wolle man zeitnah beseitigen, versprach Hofmann. Am Melchior-Otto-Platz wurden die kleinen Stufen zum Bamberger Tor hin kritisiert. Dort sei eine 1,20 Meter breite Rampe für mobilitätseingeschränkte Menschen wünschenswert, hieß es.

Das Gutachten des VdK gibt auch Aufschlüsse über die Einwohnerstruktur Kronachs. Ein Drittel der Einwohner ist über 65 Jahre alt. Das bedeutet, dass Barrierefreiheit im öffentlichen Raum für viele Bürger ein wichtiges Thema ist. Sie kommt auch anderen Gruppen wie Eltern mit Kinderwagen, Reisenden mit Koffern und Paketdiensten zugute. Das Papier enthält auch Hinweise zu baurechtlichen Fragen sowie Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten.

Um Barrierefreiheit bemüht

An dem Gespräch mit der Bürgermeisterin nahmen VdK-Kreisgeschäftsführerin Anja Schmidt, Hanni Wachter vom VdK-Ortsverband Kronach, Irene Müller, Vorsitzende des Seniorenbeirats Kronach, und Ludwig Ruß, VdK-Berater für Barrierefreiheit, teil. Die Rathauschefin dankte für das Engagement des Sozialverbandes. Sie sei davon überzeugt, dass der Weg zu Barrierefreiheit richtig und wichtig sei. Für die über 1000-jährige Stadt Kronach gälten sicher andere Maßstäbe als für relativ junge Großstädte. Trotzdem könnten sich einige Ergebnisse aus den vergangenen Jahren durchaus sehen lassen, bei denen die Stadt um Barrierefreiheit bemüht gewesen sei, sagte Hofmann. Insbesondere auf der Festung Rosenberg habe man kräftig investiert, um dort den Zugang auch für Menschen mit Behinderung zu ermöglichen.

Zugleich versprach die Rathauschefin, dass die Stadt künftig im Hinblick auf Barrierefreiheit wesentlich sensibler vorgehen und bei baulichen Maßnahmen auf entsprechende Richtlinien achten werde, um Menschen mit Behinderung das Leben in der Stadt zu erleichtern.