Kronacher Christuskirche Ein Seelsorger setzt die Segel

Heike Schülein

Von Bremerhaven über Kronach in die weite Welt: Bei einem Gottesdienst in der Christuskirche wurde Pastor Andreas Latz in die Seemannsmission in Singapur entsandt.

Kronach - Die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern unterhält in vielen Ländern und deren Kirchen partnerschaftliche Kontakte. Mit Pfarrer Achim Gerber fand nun die Aussendung von Pastor Andreas Latz aus Bremerhaven in die Lutherische Seemannsmission Singapur in der Kronacher Christuskirche statt.

Der Gottesdienst „Christsein in der einen Welt“ wurde von den beiden Pfarrern mit dem Direktor des Centrums „Mission EineWelt“ für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der evangelisch-lutherischen Kirche Bayern, Pfarrer Dr. Hanns Hörschelmann aus Neuendettelsau, gefeiert.

Singapur verfügt über einen der modernsten Häfen der Welt und ist einer der größten Umschlagplätze des Kontinents. Doch so idyllisch das Ankern der Schiffe vielleicht auch erscheinen mag: Das Leben auf hoher See ist als andere als rosig. Hier – im „Port of Singapore“ -- bietet die Lutherische Seemannsmission Seeleuten und Fischern einen Zufluchtsort. „Ich werde die Seeleute an Bord besuchen und sehen, was sie brauchen“, bekundete Pastor Andreas Latz, der baldmöglich deren seelsorgerische Begleitung als neuer Leiter der Seemannsmission übernehmen wird. Damit kommt er der gleichen Aufgabe nach wie in den vergangenen drei Jahren als Leiter der Deutschen Seemannsmission Hannover mit Dienstsitz in Bremerhaven. Der 59-Jährige folgt damit der Bitte der Bayerischen Landeskirche, nachdem im Inselstaat dringend ein Seemannspastor gebraucht werde. In Singapur gibt es – wie Pastor Latz ausführte – fünf oder sechs Gemeinden einer kleinen, aber starken evangelisch-lutherischen Kirche.

Impfgerechtigkeit

Laut Pfarrer Dr. Hanns Hörschelmann unterhalte die Landeskirche ein weites partnerschaftliches Beziehungsnetz zu Kirchen, Kirchengemeinschaften und Institutionen in Afrika, Lateinamerika, Asien und im pazifischen Raum. Das Centrum „Mission EineWelt“ (MEW) Neuendettelsau – insbesondere das Referat „Partnerschaft und Gemeinde“ – koordiniert alle ökumenischen, missionarischen, partnerschaftlichen und entwicklungsbezogenen Angelegenheiten. „Es geht um Partnerschaften, aber auch um entwicklungspolitische Arbeit, wobei aktuell die Impfgerechtigkeit ein brisantes Thema ist“, erläuterte der MEW-Direktor. Das weltweite Engagement für mehr Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung gründe historisch im Missionsgedanken.

Der MEW-Direktor nahm auch die Entsendung von Andreas Latz vor. Aus tiefsten Herzen bejahte der Seemannspastor dessen Frage, ob er für diesen Dienst bereit sei. Als Assistierende hatte er sich Weggefährten und Freunde ausgewählt. Diese waren eingangs vom Kronacher Pfarrer Achim Gerber begrüßt worden.

In seiner Predigt ging Pastor Latz auf das derzeit alles beherrschende Corona-Thema ein: Zwei Jahre Abkehr unserer normalen Vorstellungen von Lebensglück und Erfüllung. Zwei Jahre, in denen - trotz aller Bemühungen um ein Eindämmen der Pandemie - viel zu viel gestorben worden sei, teilweise ohne Abschied und mit Beerdigung im kleinsten Rahmen. Wir alle sollten uns in dieser Situation fragen, was gutes Leben ausmache und wie Kirche – unter solch erschwerten Bedingungen – eine wahrnehmbare Stimme bleibe.

Längere Vakanz

Thomas Paulsteiner, Leiter des Referates Papua-Neuguinea/Pazifik/Ostasien bei der „Mission EineWelt“, verlas das Grußwort des Generalsekretärs der Deutschen Seemannsmission, Pastor Christoph Ernst. Dieser freute sich sehr, dass die Stelle in Singapur – nach längerer Vakanz – nun mit einem sehr erfahrenen und bewährten Kollegen besetzt werden könne.

Zum Abschluss des von Kirchenmusikdirektor Marius Popp an der Orgel stimmungsvoll begleiteten Gottesdienstes überreichte Pfarrer Gerber eine Spende von 500 Euro für die Seemannsmission in Singapur, nachdem man glücklicherweise im letzten Jahr eine größere Gabe für missionarische Zwecke erhalten hatte.

Andreas Latz stammt aus Hilter am Teutoburger Wald und schloss eine Ausbildung zum Industriekaufmann ab, bevor er evangelische Theologie studierte. Sein Vikariat absolvierte er in Davenstedt bei Hannover, danach war er unter anderen Pastor in Brüssel und in Italien. In Hannover war er tätig als Gemeindepastor, Schulpastor und Religionslehrer. Ab 2012 war er entsandter Pfarrer der EKD auf Sizilien und Synodaler der evangelischen Kirche in Italien, bevor er zum 2018 die Leitung der Deutschen Seemannsmission Hannover mit Dienstsitz in Bremerhaven übernahm.

„Mission EineWelt“

Das Centrum „Mission EineWelt“: nimmt einen entwicklungspolitischen Bildungsauftrag in Deutschland wahr und gestaltet Beziehungen zu 22 lutherischen Kirchen weltweit. Zudem begleitet es über 70 Partnerschaften zwischen Dekanaten sowie Institutionen und Schulen in Bayern als auch Gemeinden und Organisationen in Partnerkirchen in Afrika, Asien, dem Pazifik und Lateinamerika.

 

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