Kronacher Freischießen Kopfüber ins Vergnügen

Rainer Glissnik
Erstmals wird das Laufgeschäft „Chaos Airport“ zum Kronacher Freischießen kommen. Foto: Rainer Glissnik

Am Donnerstag geht es endlich los: das Kronacher Freischießen. Sowohl für Wagemutige als auch für diejenigen, die es eher ruhiger mögen, gibt es reichlich Fahr- und diesmal erstmals sogar ein „Laufgeschäft.“

Elf Festtage stehen nach zweijähriger Coronapause den Kronachern endlich wieder ins Haus. Am kommenden Donnerstag, 11. August, geht es mit dem Freischießen los. Schon lange ist bekannt, dass die Maß Bier 9,70 Euro kosten wird. Bei den Fahrgeschäften gibt es für die Kronacher manch ein Wiedersehen, allerdings dürfen sie sich auch auf einige Neuheiten freuen.

Im Norden des Platzes ist die Wildwasserbahn der Familie Bergmann bereits aufgebaut. Auch der Wellenflieger und der Autoscooter sind diesmal wieder dabei, ebenso wird die Familie Hellberg – seit Jahren vorne beim Kettelerhaus – mit ihrem Oktoberfeststand die Besucher mit Fischvariationen verwöhnen. Neu ist hingegen das Laufgeschäft „Chaos Airport“ der Familie Haberkorn aus „Airfurt“. Und Sascha Störzer – er stammt aus einer großen Höchstadter Schaustellerfamilie – kommt mit seinem rasanten Überkopffahrgeschäft „Blackout“ nach Kronach.

Spektakel und Geruhsamkeit

Schon mehrmals sorgte hingegen das Fahrgeschäft „Flip Fly“ von Thomas Clauß für spektakuläre Action auf dem Kronacher Festplatz. Wer es etwas geruhsamer mag, darf sich hingegen auf das Riesenrad „Roue Parisienne“ freuen. Der jüngere Nachwuchs ist hingegen sicherlich vom „Zauber Schloss“ von Tom Kaiser, dem Kinderkarussell der Familie Stey aus München oder dem Trampolin „Jumper“ der Familie Prüt nur schwer „wegzukriegen“. Nicht mehr dabei ist leider der Armbruststand von Josef Kalb. Aufgrund der Coronapandemie hatte er den Betrieb einstellen müssen.

Auch Karl-Heinz Hartnagl, er wurde beim letzten Königsschießen 1. Ritter, bringt diesmal nicht mehr seinen Fischstand mit, sondern bietet dafür „nur“ leckere Brezen an. Bratwürste und Steaks gibt’s von den Metzgern Kraus und Höring, Haxn und Hähnchen bietet das Brathaus Hering. Natürlich gibt es noch viel mehr Kulinarisches auf dem Festplatz.

Zusammenstehen

„Am meisten würde ich mich freuen, wenn alles ganz normal abläuft. Wenn nichts passiert, es keine Unfälle gibt und alle schöne Erlebnisse haben. Wenn das Wetter passt und es schöne Umzüge gibt“, gibt Platzmeister Charly Wittig seiner größten Hoffnung Ausdruck. Größter Lohn für all die Mühen sei es, wenn die Menschen über die elf Festtage wieder mehr zusammenfinden. „Schön wäre es zudem, wenn das Feuerwerk stattfinden kann und es nicht wegen der Trockenheit ausfallen muss.“

Die meisten Schaustellerfamilien kämen schon seit sehr langer Zeit nach Kronach und wollen wieder einen Platz auf dem größten Volksfest im Frankenwald. Das mache es ihm als Platzmeister natürlich einfacher, so Wittig. Der Vorteil eines Stamms aus festen Schaustellern sei der stetige Kontakt, das persönliche Kennen. Gerade in schwierigen Zeiten stehe man da zusammen. „Es war heuer nicht schwieriger, es war nur die lange Ungewissheit, unter welchen Bedingungen das Fest stattfinden kann“, betont er.

Für das große Spektakel habe man den Platz sogar etwas weiterentwickelt, so gebe es etwa Verbesserungen bei den Notausgängen, führt Wittig aus. Für den Torbogen am Platzeingang habe man außerdem neue Pfeiler benötigt. Diese mussten elf Meter hoch sein, aber hier bekamen die Schützen Unterstützung. „Das war eine große Erleichterung.“

Moderater Strompreis

In Sachen Strompreis haben die Kronacher Schausteller noch Glück: Hier würden noch Verträge gelten, die die Strompreise auf dem Freischießen moderat hielten und somit seien sie nur etwas teurer als 2019. Auch die Platzgebühren hält die Schützengesellschaft Kronach auf dem Stand von 2019. „Wir haben uns an die alten Preise gehalten“, erklärt Platzmeister Charly Wittig dazu.

Das größte Problem in der Schaustellerei sei fehlendes Personal, weiß er zu berichten. „Das geht von den Schenkern über die Bedienungen bis hin zu den Schaustellern“, macht er auf ein wohl fast gesamtgesellschaftliches Problem aufmerksam. „Es fehlen hier halt auch Arbeitskräfte.“ So manches Geschäft bliebe deshalb in der Halle – und das, obwohl die Löhne meist über dem geforderten Mindestlohn lägen.

Dennoch: Der offizielle Bieranstich findet kommenden Donnerstag, 11. August, um 19 Uhr in der Kaiserhof-Festhalle statt. Premiere für Bürgermeisterin Angela Hofmann. An diesem Tag beginnt auch der Festbetrieb auf dem ganzen Platz. Zuvor lädt Schützenmeister Jörg Schnitzler am heutigen Montag, ab 18 Uhr, ins Schützenhaus zur traditionellen Freischießen-Pressekonferenz ein.

 

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