Für das Museum Ludwig in Köln war die kürzlich zu Ende gegangene Retrospektive zum Werk der Künstlerin die bisher erfolgreichste Ausstellung mit mehr als 450.000 Besuchern. Die Ausstellung endete Anfang August. Die Schau zeigte 300 Werke von frühen Kinderzeichnungen bis zur Gegenwart. Das Spektakulärste war ein riesiger Raum, der ganz von gepunkteten Krakenarmen durchzogen wurde. Besucher konnten dazwischen umherlaufen.
"Als Künstlerin ist sie auf dem Niveau der bereits verstorbenen Louise Bourgeois angekommen", erzählt Ambrosius, der Kusama nach eigenen Worten als erster 1993 in der japanischen Zeitung "Asahi Shimbun" in ihrem "winzigen, garagenartigen Atelier" als ernstzunehmende Künstlerin in Text und Bild porträtierte.
In vielen ihrer Werke tritt Kusama selbst in Erscheinung – etwa als Fotografie –, und in denselben Mustern gekleidet, in denen ihr Kunstwerk gestaltet ist. Durch die Camouflage verschmilzt sie visuell gleichsam mit ihrer Kunst. Bei einer Retrospektive im Berliner Gropius-Bau 2021 übermittelte eine Sprecherin die Botschaft der Künstlerin: "Durch die Zeit zu rasen bis zum Tod und dann ewig weiterzuleben in schöner Liebe für den Ruhm der Menschheit: Das ist das höchste Ziel meiner Kunst."