Auch Szczuka sieht dieses Problem: "Die Firmen haben die maximale Kontrolle darüber, welche Daten sie erheben, wie der Algorithmus sich verhält, welche Arten von Gedanken und Verhaltensweisen der Algorithmus widerspiegelt." Auch der Jugendschutz sei ein großes Problem.
Die Forscherin sieht einen großen Bedarf nach politischer Regulierung und setzt sich in einem interdisziplinären Team dafür ein, das Thema auf die politische Agenda zu setzen. "Ich spreche nicht davon, dass diese Technologie gebannt werden soll. Da bin ich persönlich gar keine Freundin von. Ich glaube nicht, dass das in irgendeiner Form helfen würde."
Doch die Systeme müssten besser moderiert werden und mit Supervision von Profis trainiert werden. "Ethische KI kostet vor allen Dingen aktuell den Unternehmen ganz viel und da haben sie gar keinen Benefit von, wenn sie nicht auf irgendeiner regulatorischen Ebene zu solchen Maßnahmen auch irgendwo hingetrieben werden."
KI-Romanzen als neue Normalität?
Trotz aller Risiken geht Djufril davon aus, dass KI-Beziehungen zunehmen werden – auch je nachdem, wie weit verbreitet Einsamkeit in einer jeweiligen Gesellschaft ist. Szczuka weist darauf hin, dass diese bisher noch nicht weit verbreitet sind – und rechnet mit einer eher begrenzten Zunahme.
"Wir müssen uns jetzt nicht davor fürchten, dass in fünf Jahren alle Menschen nur noch mit KIs zusammen sind, weil in dieser Diskussion sehr gerne dann auch die Einzigartigkeit des Menschen irgendwie vergessen wird. So einfach ist diese Gleichung nicht."