Kulmbach Rettungskräfte wegen Falschparkers im Stau

Feueralarm im Rehbergheim: Die Helfer kommen nicht an ihr Ziel. Die Kulmbacher Feuerwehr hatte am Wochenende zahlreiche Einsätze.

Kulmbach - Sieben Mal musste die Kulmbacher Feuerwehr zwischen Freitag und Sonntagmorgen ausrücken. Die zwei schwersten Vorfälle ereigneten sich am Sonntagmorgen innerhalb von wenigen Stunden: Bei Lösau war ein junger Autofahrer mit seinem Fahrzeug gegen einen Baum geprallt, und sämtliche Rettungsdienste konnten trotz eines Brandalarms nicht zum Rehbergheim durchdringen, weil ein Autofahrer im Bereich der Drei Steine sein Auto so rücksichtlos geparkt hatte, dass für die Feuerwehrfahrzeuge und dahinter auch für die Polizei, den Notarzt und den Rettungsdienst kein Durchkommen mehr gewesen ist. Glücklicherweise hatte im Rehbergheim nur ein Toaster gebrannt, die Mitarbeiter schafften das brennende Gerät selbst aus dem Haus. Niemand war ernstlich in Gefahr. Aber das, sagt Brandmeister vom Dienst Jürgen Hochgesang, hätte auch ganz anders ausgehen können. "Nicht auszudenken, wenn wir wegen eines Falschparkers zu spät gekommen wären und den Kindern im Heim deswegen etwas passiert wäre."

Die Kulmbacher Feuerwehrleute, aber auch die Angehörigen der anderen Rettungsdienste, sind zornig. Ein Autofahrer, der rücksichtslos sein Fahrzeug auf einer der engen Straßen am Rehberg so geparkt hatte, dass für die Helfer kein Durchkommen mehr war, hätte eine Katastrophe auslösen können. "Wir konnten mit dem großen Feuerwehrfahrzeug nicht vorbei", erklärt Jürgen Hochgesang die Situation, vor der Einsatzkräfte am Sonntagmorgen standen, nachdem sie aufgrund eines Alarms um 7.39 Uhr am Sonntagfrüh zum Rehbergheim ausgerückt waren. Nur noch wenige hundert Meter trennten die Retter von dem Ort, zu dem sie gerufen worden waren. Aber das geparkte Auto stoppte sie.

"Wäre das nicht nur der brennende Toaster gewesen, hätten wir ein massives Problem gehabt", erklärt Jürgen Hochgesang. Er mag gar nicht daran denken, was passiert wäre, hätte es in dem Heim, in dem behinderte Kinder leben, richtig gebrannt. Dass es in dem Bereich öfter zu Behinderungen durch Falschparker kommt, habe ihm eine Nachbarin erzählt, berichtet Hochgesang. Er war als Erster mit einem kleinen Einsatzfahrzeug losgefahren und konnte das Heim erreichen und seinen Kameraden mitteilen, dass die Situation nicht gefährlich war. Wäre das der Fall gewesen, hätte es für die Feuerwehr keine Alternative gegeben: Die Kräfte hätten mit ihrem schweren Fahrzeug das Auto einfach zur Seite geschoben. "Aber das kostet wertvolle Zeit", sagt der Kreisbrandmeister, der den Einsatz geleitet hat. Er ist eine ganze Weile sprachlos. Dann sagt er: "Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie das für die Menschen in dem Heim gewesen wäre. Es brennt, und keiner kommt. Nicht die Feuerwehr, nicht die Polizei, das Rote Kreuz oder der Notarzt."

Auch die Kulmbacher Polizei stand mit einer Streife in dem Stau, der sich am Sonntagmorgen wegen eines Falschparkers am Rehberg gebildet hatte. Ein Sprecher der Polizeiinspektion Kulmbach bestätigt: Im Ernstfall wäre das Auto einfach gerammt und beiseitegeschoben worden. So haben die verärgerten Polizisten schließlich den Halter ausfindig gemacht. Der Sohn des Eigentümers hatte das Auto an der Engstelle abgestellt. Der Vater fuhr es umgehend weg. "Wir haben den Mann eindringlichst belehrt, dass so etwas böse ausgehen kann", sagt ein Sprecher der Kulmbacher Polizei. Die Beamten wollen jetzt bei der Stadt Kulmbach anregen, dass an dieser Stelle ein Haltverbot eingerichtet wird. Der junge Mann, der so achtlos das Auto seines Vaters geparkt hatte, muss nun mit einem Bußgeld von 100 Euro rechnen, 30 Euro Verwaltungsgebühren und ein Punkt in Flensburg kommen hinzu. Wäre der Eigentümer nicht umgehend gefunden worden, hätte die Polizei das Auto abschleppen lassen. Dann wären auch noch diese Kosten hinzugekommen.

Für die Kulmbacher Feuerwehr war der Einsatz am Rehberg am Sonntagfrüh nicht der erste an diesem Tag. Kurz nach 3 Uhr waren die Kräfte schon einmal ausgerückt. Bei Lösau war in Fahrtrichtung Esbach ein Autofahrer alleinbeteiligt in einer Kurve von der Straße abgekommen und mit seinem Wagen gegen einen Baum geprallt.

Erste Meldungen, der Mann sei in seinem Fahrzeug eingeklemmt, haben sich dann aber nicht bestätigt. Der 24-Jährige aus Kronach konnte sich verletzt selbst aus dem Wrack befreien. An den Unfall wird der Mann sicher noch lange zurückdenken, nicht nur, weil er deswegen einige Zeit im Krankenhaus verbringen muss. Die Polizei hat bei dem jungen Fahrer Alkoholeinfluss festgestellt. Rund 1,3 Promille wurden gemessen. Eine Blutprobe im Klinikum und die Sicherstellung des Führerscheins waren die Folgen. Der BMW des Kronachers hat nur noch Schrottwert. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 10 000 Euro.

Bei weiteren Einsätzen am Wochenende musste die Feuerwehr umgestürzte Bäume von Straßen räumen und zweimal gab es Fehlalarme aus einem Unternehmen in der Kronacher Straße in Kulmbach.

 
 

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