Himmelkron/Erlangen - Sperrig und kantig stellt sich der polierte Granitblock im Hof des Himmelkroner Schlosses dem Besucher entgegen. Tonnenschwer lasten auf den dort beheimateten Himmelkroner Heimen jene Ereignisse, an die der Stein erinnert. "Da bleiben wollten wir, fort mussten wir", lautet die Klage auf dem Stein. Er ist den 201 ehemaligen Bewohnern gewidmet, die das zur Diakonie Neuendettelsau gehörende Heim 1941 dem Nazis überstellt hatte. Sie wurden größtenteils über Zwischenstationen nach Hartheim bei Linz in Oberösterreich gebracht und dort vergast. Die systematische Vernichtung "lebensunwürdigen Lebens" ging noch dem massenhaften Morden in den Konzentrationslagern voraus, das erst 1942 einsetzte. Die sogenannte "Aktion T 4" jährt sich heuer zum 75. Mal.