Hof - „Wir wollen auf die schädlichen Folgen der Drogenprohibition aufmerksam machen und legale Alternativen zur repressiven Drogenpolitik aufzeigen. Wir fordern von den Verantwortlichen eine alternative Drogenpolitik und eine ideologiefreie und wissenschaftliche Überprüfung von Schaden und Nutzen der aktuellen Drogenpolitik.“ Das verkündet der Schildower Kreis, ein Netzwerk von Experten aus Wissenschaft und Praxis, auf seiner Homepage. Mehr als 100 Strafrechtler unterstützen die Forderung, Cannabis zu entkriminalisieren. Das soll unter anderem verhindern, dass Jugendliche sich eine Vorstrafe einhandeln, die ihre Zukunft verbauen könnte: „Junge Menschen werden dauerhaft stigmatisiert.“ Ein weiteres Argument: Cannabis sei nicht so gefährlich wie harte Drogen, zum Beispiel Heroin und Crystal Meth, und nicht schädlicher für die Gesundheit als Alkohol oder Tabak. Sei das Rauschmittel erst einmal legal erhältlich, könne man außerdem gezielte Aufklärungskampagnen starten.
Der Schildower Kreis versucht derzeit per Unterschriftensammlung, andere Strafrechtler ins Boot zu holen. Strafrechts-Professor Dr. Nikolaus Bosch von der Universität Bayreuth will auf keinen Fall unterzeichnen. Er findet nur zwei Worte für die Initiative: „Naiv und absurd!“ Seiner Ansicht nach greifen die genannten Vorteile nicht: „Sie beziehen sich lediglich auf den Konsum harter Drogen.“ So treffe es auf Heroin und Crytal Meth zu, dass der Konsum in Gesundheitsschäden und Beschaffungskriminalität ende, aber nicht unbedingt auf die wesentlich schwächere Droge Cannabis. Außerdem würde ein Problem geschaffen, das andere Länder, in denen Cannabis legal erhältlich ist, bereits zu spüren bekommen: „Viele kommen aus dem benachbarten Ausland, um das Rauschmittel zu erwerben. Diese Problem hat man noch nicht im Griff.“ Dass sich Geld für die Strafverfolgung sparen lasse, ist für Bosch damit ebenfalls nicht korrekt. In seinen Augen ist eine zufriedenstellende Lösung nur in Absprache mit anderen Ländern zu finden. Für bedenklich hält der Strafrechtsprofessor auch, dass Cannabis als harmlos und nicht schädlicher als Alkohol dargestellt werde. Das sei wissenschaftlich nicht haltbar: „Neue Studie belegen, dass Cannabis psychische Störungen wie Psychosen auslösen kann.“ Bosch lehnt eine Legalisierung nicht generell ab – die aktuelle Diskussion allerdings hält er für einen Skandal: „Eine gewisse Legalisierung, etwa zu medizinischen Zwecken, ist unbestritten sinnvoll. Ich lehne den Entwurf aber vor allem deshalb ab, weil er eine ausschließlich nationale Lösung sucht, was ich angesichts der vielen Grenzen Deutschlands für nicht sinnvoll erachte.“
Die Cannabis-Bilanz des Jahres 2013 in Oberfranken: 1411 Tatverdächtige und 1479 Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz mit dem Rauschmittel. In der Stadt Hof waren es 127 Tatverdächtige und 130 Straftaten. Die meisten davon sind zwischen 18 und 30 Jahre alt. Die Polizei in Oberfranken bleibt bei ihrer bisherigen Linie gegen illegale Drogen. „Die bayerische Polizei bringt jeden Aufgriff von Betäubungsmitteln, auch von geringen Mengen an Cannabis, zur Anzeige und leitet diese an die zuständige Staatsanwaltschaft weiter“, sagt Anne Höfer, Pressesprecherin beim Polizeipräsidium Oberfranken.
Auch Alexander Höme, Suchtberater bei der Psychologischen Beratungsstelle der Diakonie Hochfranken, spricht sich gegen eine Legalisierung des Betäubungsmittels aus: „Wir von der Suchtberatung haben eine sehr radikale Meinung dazu, weil wir es für wichtig halten, keine Suchtmittel zu benutzen, um die eigene Stimmung aufzuhellen.“ In der Legalisierung sieht der Suchtberater eine weitere Gefahr: „Cannabis-Konsumenten überschreiten eine gewisse Hemmschwelle. Wenn die nicht mehr da ist, könnte die deren Zahl weiter ansteigen. In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass die Verfügbarkeit von Stoffen auch tatsächlich den Konsum erhöht.“ Die aktuelle Rechtsprechung sei also auch ein Stück weit Prävention. Vor allem für Jugendliche könne der Konsum von Cannabis verheerend sein: „Medizinische Forschungen zeigen, dass die Droge sich ungünstig auf Gehirnentwicklung auswirkt, und zwar gerade in der Phase der Geschlechtsreife. Das wäre natürlich eine ganz heftige, medizinische Folge.“ Sein Fazit: „Ich sehe keinen einzigen Vorteil.“
Der Schildower Kreis versucht derzeit per Unterschriftensammlung, andere Strafrechtler ins Boot zu holen. Strafrechts-Professor Dr. Nikolaus Bosch von der Universität Bayreuth will auf keinen Fall unterzeichnen. Er findet nur zwei Worte für die Initiative: „Naiv und absurd!“ Seiner Ansicht nach greifen die genannten Vorteile nicht: „Sie beziehen sich lediglich auf den Konsum harter Drogen.“ So treffe es auf Heroin und Crytal Meth zu, dass der Konsum in Gesundheitsschäden und Beschaffungskriminalität ende, aber nicht unbedingt auf die wesentlich schwächere Droge Cannabis. Außerdem würde ein Problem geschaffen, das andere Länder, in denen Cannabis legal erhältlich ist, bereits zu spüren bekommen: „Viele kommen aus dem benachbarten Ausland, um das Rauschmittel zu erwerben. Diese Problem hat man noch nicht im Griff.“ Dass sich Geld für die Strafverfolgung sparen lasse, ist für Bosch damit ebenfalls nicht korrekt. In seinen Augen ist eine zufriedenstellende Lösung nur in Absprache mit anderen Ländern zu finden. Für bedenklich hält der Strafrechtsprofessor auch, dass Cannabis als harmlos und nicht schädlicher als Alkohol dargestellt werde. Das sei wissenschaftlich nicht haltbar: „Neue Studie belegen, dass Cannabis psychische Störungen wie Psychosen auslösen kann.“ Bosch lehnt eine Legalisierung nicht generell ab – die aktuelle Diskussion allerdings hält er für einen Skandal: „Eine gewisse Legalisierung, etwa zu medizinischen Zwecken, ist unbestritten sinnvoll. Ich lehne den Entwurf aber vor allem deshalb ab, weil er eine ausschließlich nationale Lösung sucht, was ich angesichts der vielen Grenzen Deutschlands für nicht sinnvoll erachte.“
Die Cannabis-Bilanz des Jahres 2013 in Oberfranken: 1411 Tatverdächtige und 1479 Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz mit dem Rauschmittel. In der Stadt Hof waren es 127 Tatverdächtige und 130 Straftaten. Die meisten davon sind zwischen 18 und 30 Jahre alt. Die Polizei in Oberfranken bleibt bei ihrer bisherigen Linie gegen illegale Drogen. „Die bayerische Polizei bringt jeden Aufgriff von Betäubungsmitteln, auch von geringen Mengen an Cannabis, zur Anzeige und leitet diese an die zuständige Staatsanwaltschaft weiter“, sagt Anne Höfer, Pressesprecherin beim Polizeipräsidium Oberfranken.
Auch Alexander Höme, Suchtberater bei der Psychologischen Beratungsstelle der Diakonie Hochfranken, spricht sich gegen eine Legalisierung des Betäubungsmittels aus: „Wir von der Suchtberatung haben eine sehr radikale Meinung dazu, weil wir es für wichtig halten, keine Suchtmittel zu benutzen, um die eigene Stimmung aufzuhellen.“ In der Legalisierung sieht der Suchtberater eine weitere Gefahr: „Cannabis-Konsumenten überschreiten eine gewisse Hemmschwelle. Wenn die nicht mehr da ist, könnte die deren Zahl weiter ansteigen. In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass die Verfügbarkeit von Stoffen auch tatsächlich den Konsum erhöht.“ Die aktuelle Rechtsprechung sei also auch ein Stück weit Prävention. Vor allem für Jugendliche könne der Konsum von Cannabis verheerend sein: „Medizinische Forschungen zeigen, dass die Droge sich ungünstig auf Gehirnentwicklung auswirkt, und zwar gerade in der Phase der Geschlechtsreife. Das wäre natürlich eine ganz heftige, medizinische Folge.“ Sein Fazit: „Ich sehe keinen einzigen Vorteil.“