Länderspiegel CSU sagt Deutschlandfest in Mödlareuth ab

 Foto: Florian Miedl

Wegen der Corona-Auflagen wird das gemeinsame Deutschlandfest von CSU und CDU am 3. Oktober im ehemals geteilten Dorf Mödlareuth bei Hof nicht stattfinden.

Mödlareuth – Wegen der Corona-Auflagen wird das gemeinsame Deutschlandfest von CSU und CDU am 3. Oktober im ehemals geteilten Dorf Mödlareuth bei Hof nicht stattfinden. Das bestätigte Reinhold Rott, Geschäftsführer der CSU-Geschäftsstelle in Hof, auf Anfrage unserer Zeitung. Allerdings hat die AfD am Tag der Deutschen Einheit in Mödlareuth erneut eine Kundgebung angemeldet. Der Tag hat besondere Symbolkraft, denn es wird 30 Jahre Deutsche Einheit gefeiert.


Wie das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises in Schleiz auf Anfrage mitteilte, sind hingegen in Mödlareuth auf Thüringer Gebiet für den 3. Oktober drei Kundgebungen angemeldet: Von der AfD, von der Partei „Die Partei“ sowie von evangelischen und katholischen Jugendgruppen.

Wegen der Corona-Auflagen könne das 31. Deutschlandfest nicht stattfinden, erläuterte Rott. Eine derartige Großveranstaltung wäre angesichts der strengen Corona-Vorgaben „unvernünftig und unverantwortlich“. Rott: „Wir sind virtuell da und probieren einen neuen Weg der Veranstaltung aus.“ Die CSU-Geschäftsstelle in Hof hatte die Kundgebungen im häufig überfülltem Bierzelt mit durchschnittlich mehr als 3000 Besuchern bislang immer organisiert. Mitausrichter waren auch CDU-Verbände aus Thüringen und Sachsen. Für die Union waren die Deutschlandfeste quasi ein Markenzeichen, um die eigenen Verdienste für die deutsche Einheit hervorzuheben und die angeblichen Versäumnisse des politischen Gegners mit deftigen Worten in Bierzeltatmosphäre zu kommentieren.


Stattdessen plant die CSU am 3. Oktober ein „virtuelles Deutschlandfest“ mit einer Rede von CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder, die über das Internet verfolgt werden kann. Zudem soll es online eine Live-Moderation mit dem Einspielen von Aufnahmen aus vergangenen Deutschlandfesten geben, kündigte Rott an. Ziel bleibe auch weiterhin, im historischen Ort Mödlareuth an die deutsche Teilung zu erinnern.

Die Frage sei, ob man in Zukunft das Deutschlandfest noch in der üblichen Form weiterführe oder eine andere Art wähle. Ob es nächstes Jahr wieder das Fest geben wird, hänge vom Verlauf der Corona-Pandemie ab.

Robert Lebegern, Leiter des Deutsch-Deutschen Museums in Mödlareuth, sagte auf Anfrage, es werde am 3. Oktober einen eingeschränkten Museumsbetrieb mit den entsprechenden Corona-Auflagen geben. An den jeweiligen Deutschlandfesten habe das Museum 2000 bis 4000 Besucher gezählt, „das waren die umsatzstärksten Tage im Jahr“. Mödlareuth sei ein Ort der Teilung und der Demokratie. Lebegern bedauerte, dass dieses Jahr keine „politischen Hochkaräter“ in das Dorf kommen, Ansprachen halten und viele Zuhörer anlocken. Die prominentesten Redner waren 1994 Bundeskanzler Helmut Kohl und 1997 die damalige Umweltministerin und heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Auch der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm und die bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber und Horst Seehofer haben schon im vollen Bierzelt zu den Gästen aus allen Teilen Deutschlands gesprochen.
Beim 30. Deutschlandfest 2019 waren die Parteivorsitzenden von CSU und CDU, Markus Söder und Annegret Kramp-Karrenbauer, sowie der Landesvorsitzende der CDU Thüringen, Mike Mohring, aufgetreten. Zünftige Blasmusik sorgte für Stimmung im Festzelt. Eingeladen hatte der Hofer Bundestagsabgeordnete und CSU-Bezirksvorsitzende Hans-Peter Friedrich.

 

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