Thurnau - Kathrin Sonnenholzner, Vorsitzende des Landtagsausschusses für Gesundheit und Pflege, hört aufmerksam zu, als ihr Vertreter der Kulmbacher Arbeiterwohlfahrt im Seniorendorf in Thurnau ihre Probleme schildern. Landtagsabgeordnete Inge Aures hat die Fachfrau eingeladen, damit sie sich einen persönlichen Eindruck von der Lage in Oberfranken machen kann, das vom demografischen Wandel besonders betroffen ist. Allein in der Gemeinde Thurnau, erzählt AWO-Geschäftsführer Peter Konrad, werde man bis 2020 44 Prozent mehr Über-80-Jährige haben als heute. "Bis 2030 wird es in Deutschland 3,4 Millionen pflegebedürftige Menschen geben. Eine Zahl, die erschreckt." Noch mehr erschreckt die nächste Zahl, die Konrad nennt: 500 000 Pflegekräfte werden dann fehlen, haben Fachleute errechnet. Die Tendenz zeichnet sich jetzt schon ab, qualifiziertes Personal ist schwer zu bekommen und Heimplätze werden knapp. Konrad nennt sogar Beispiele aus Südbayern, wo vorhandene Heimplätze nicht mehr belegt werden können, weil es den Einrichtungen an Mitarbeitern mangelt.
Länderspiegel Eine lange Liste mit Sorgen
Von Melitta Burger 19.05.2016 - 00:00 Uhr