Würzburg - Schulnoten sind nie gerecht, findet der Würzburger Bildungsforscher Dr. Johannes Jung. Er fordert deshalb, ihnen die Bedeutung zu nehmen. Dafür wäre es am besten, wenn die Lehrer während des Schuljahres die Leistungen möglichst oft benoten. "Eine schnelle Abfrage - ob mündlich oder schriftlich oder als praktische Aufgabe - sagt schnell, wo ein Schüler steht", erklärt der Wissenschaftler der Uni Würzburg im Gespräch mit unserer Zeitung. "Bekommt ein Kind dann eine schlechte Note, hat sie nicht die große Bedeutung. Und beim nächsten Mal sieht es möglicherweise ganz anders aus." Jung hält es für Stress, wenn die Schüler für den Lernstoff von vielen Wochen geprüft werden. Seine Behauptung, Noten könnten nie gerecht sein, begründet er mit verschiedenen Studien. "Dieser Prozess der Leistungsmessung wird von einer Reihe von Faktoren beeinflusst, die mit der eigentlichen Leistung nichts zu tun haben", sagt Jung. "Das beginnt bereits damit, dass jeder Lehrer anders beurteilt."
Länderspiegel Experten zweifeln am Wert von Noten
Von Elfriede Schneider 19.02.2014 - 00:00 Uhr