Thurnau/Bayreuth – Der neue Stern am oberfränkischen Polithimmel überstrahlt für einen Moment sogar die gegenwärtige Krise: Als Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nach 45 intensiven Redeminuten vor 150 oberfränkischen Unternehmern am Freitagabend die Hoffnung nährt, dass die wirtschaftliche Talsohle bereits Ende des Jahres durchschritten sein könnte, erhält er langen und lauten Beifall. Auch, weil er in der ehrwürdigen Kutscherstube des Thurnauer Schlosses vor den versammelten Größen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Oberfranken um Kreativität als probates Krisenbewältigungsmittel wirbt.

Kreativität, die für zu Guttenberg auch bei einer möglichen Opel-Insolvenz gefragt ist. Angesichts der Krise des Autobauers findet der Minister deutlich kritische Worte und sieht eben in einer Insolvenz die Chance, mehr Arbeitsplätze zu retten als dies möglicherweise mit den von Opel so laut geforderten Staats-Milliarden der Fall wäre. Diese Forderungen ohne klares Eigenständigkeitskonzept lehnt zu Gutenberg sowieso ab und sagt nachdenklich: „Bei Opel habe ich das Gefühl, dass allein die Lautstärke der Rufer als Maßstab für die Höhe der staatlichen Hilfe genommen wird. Das kann nicht sein.“