Hof - "Butter bei die Fische" heißt das wohl in Norddeutschland, was der in Oldenburg geborene Ex-NKD-Geschäftsführer Dr. Michael Krause am zweiten Tag seiner mittlerweile fast achtzehnstündigen Angeklagten-Einlassung bietet (wir berichteten). Das Nicht-Erinnern des damaligen Konzernchefs Claas E. Daun an umstrittene Geschäftsvorgänge begründet der nun wegen Untreue in Millionenhöhe angeklagte Manager damit, er habe ohnehin schon länger den Verdacht, der 71-jährige Multimillionär leide an Alzheimer. Die Anschuldigung der Staatsanwaltschaft, er habe mithilfe eines Geschäftsfreundes 3,7 Millionen Euro aus den NKD-Kassen verschwinden lassen, kontert Krause mit einem fast einen ganzen Vormittag langen Vortrag über die Segnungen des "Networking" samt seiner intensiven persönlichen Verbindungen zu den Reichen und Mächtigen. Und die angeblichen Informationsdienstleistungen der Firma Zarando auf Zypern, die Millionen-Überweisungen gerechtfertigt haben sollen, belegt er mit um 16 Prozent gedrückten Einkaufspreisen für Produkte aus Fernost, die der Billigtextilien-Discounter mit Hauptsitz im oberfränkischen Bindlach über sein damals stetig expandierendes Filialnetz unters schnäppchensüchtige Volk brachte.