München - Das letzte Mal war der Sitzungssaal S 103 in der Staatskanzlei bei der legendären "Schafscheiß"-Pressekonferenz derart proppenvoll. Das war anno 1999, als sich der damalige Justizminister Alfred Sauter in aller Öffentlichkeit und unter Verwendung jener Fäkal-Vokabel gegen seinen Rauswurf durch Ministerpräsident Edmund Stoiber wehrte. Nun hat es Horst Seehofer geschafft, mit seinem fortgesetzten Widerspruch zur Flüchtlingspolitik der Kanzlerin und seinem täglich anschwellenden Geraune von bayerischen Notwehrmaßnahmen gegen den Flüchtlingsstrom eine halbe Hundertschaft Journalisten und ein gutes Dutzend in- und ausländische Kamerateams anzulocken. Sie alle eint die Neugier, wie die CSU-geführte Staatsregierung die Zuwanderung Schutzsuchender nach Bayern wirksam begrenzen will.