Hof - Es war ein makabrer Wandschmuck, den Dr. Wolfgang Schiener, Vorsitzender Richter der vierten Strafkammer am Landgericht Hof, am Donnerstagvormittag über seine Richterbank wuchtet: Das Beweismittel besteht aus einem 70 Zentimeter großen, schwarzen Hakenkreuz, aufmontiert auf eine große Hartfaserplatte. Die Bastelarbeit aus Holz war der Blickfänger im Wohnzimmer des 30-jährigen Andreas G., der sich seit Dienstag dieser Woche wegen der Entführung und Misshandlung von tschechischen Prostituierten vor dem Landgericht verantworten muss (wir berichteten). Das Wandbild wurde nach der Verhaftung des Selbers, der sich selbst als "national gesinnter Deutscher" bezeichnet, bei einer Hausdurchsuchung abgenommen und sichergestellt. In einem Wandsafe fanden die Beamten scharfe Waffen und Munition, die Andreas G. von seinem verstorbenen Vater geerbt hat.
Länderspiegel Stammgast auf dem Straßenstrich
Von Joachim Dankbar 05.11.2010 - 00:00 Uhr