Das Reporterleben ist mitunter ziemlich stressig. Vor allem die sogenannten freien Mitarbeiter haben es wahrlich nicht leicht. So hatte sich eine Reporterinstitution im Landkreis Wunsiedel an einem Samstagnachmittag offenbar etwas zu viele Termine aufgehalst und hetzte von einem Ort zum nächsten. Da es natürlich einem Wunder gleicht, wenn eine Veranstaltung pünktlich beginnt, zerrann unserem Mann der Zeitplan förmlich zwischen den Händen. Offenbar mit den Nerven am Ende, griff der jetzt wirklich rasende Reporter zum letzten Mittel: Er stoppte eine Veranstaltung, um schnell sein Foto schießen zu können. Nur dumm, dass es sich dabei ausgerechnet um eine kirchliche Trauung handelte. Da er nicht warten wollte, bis das frisch vermählte Brautpaar aus der Kirche trat, unterbrach er kurz vor dem Jawort energisch die Zeremonie und bat das junge Glück, sich kurz mal in Pose zu stellen. "Ich habe ja schließlich noch andere Termine und muss weiter", begründete er sein Tun. Der Pfarrer verstummte, das Paar stellte sich in Pose und in den Bänken schüttelten viele der Anwesenden ungläubig und erbost den Kopf. Zumindest wird das Paar seine kirchliche Trauung nie vergessen. Dass die Eheleute später wütend in der Redaktion angerufen und sich über den Fotografen beschwert haben? Nur zu verständlich.