Erst ein dumpfer Schlag, dann der markerschütternde Schrei einer Frau. Als der Nachbar mitten in der Nacht nebenan das hört, ahnt er, dass etwas ganz Schlimmes geschehen sein muss. Er alarmiert sofort die Polizei. Als die Streifenbeamten in der Asylunterkunft in Zeil am Main eintreffen, scheint sich alles in Wohlgefallen aufgelöst zu haben. Kein lautes Geschrei und kein Streit mehr, nur ein lauthals wimmerndes Baby auf dem Arm der Frau. Der Mann beschwichtigt, dass nichts vorgefallen sei. Einem der Polizisten aus Haßfurt aber fällt der angsterfüllte Blick der Frau auf. Sie kann ihm noch zuflüstern, dass sie die Wohnung verlassen wolle und der Säugling einen Arzt brauche. Sicherheitshalber rufen die Beamten einige Kollegen zur Hilfe. All das erfährt man am Landgericht Bamberg am ersten Verhandlungstag aus dem Munde der beiden uniformierten Einsatzkräfte.