Morgens halb zehn in Deutschland. Genauer in einem Garten mitten in Zeil am Main. Die 84-jährige Witwe, hier Eleonore genannt, jätet gerade etwas Unkraut. Plötzlich hört sie eine Stimme. Ein Mann kommt auf ihr Grundstück. Er behauptet, von der Kriminalpolizei zu sein und wedelt mit einem Plastikkärtchen. Was genau darauf steht, kann Eleonore nicht entziffern. Sie ist nicht nur schwerhörig, gebrechlich und braucht einen Gehstock, sondern auch fast blind. Gerade erst ist sie mehrmals operiert worden. Der angebliche Polizist erzählt etwas von einem Einbruch bei Eleonore, und dass er jetzt sofort nachsehen müsse, was die Täter mitgenommen hätten. „Da war er noch höflich und anständig“, berichtet die Seniorin später. Er bringt sie dazu, ihn ins Schlafzimmer zu führen. Drinnen zeigt ihm die alte Dame einen Koffer. Den hat sie als „Überraschung“ für ihre Kinder mit Briefumschlägen gefüllt: Fast 30 000 Euro Bargeld. Der Mann beginnt sofort, in dem Koffer zu wühlen. Da wird Eleonore denn doch misstrauisch. Zumal er das Gepäckstück sogar mitnehmen will, um die Wertsachen „zu sichern“. Eleonore aber will nicht. „Da ließ er seine Maske fallen und wurde rabiat“.
Landgericht Bamberg Nach Raubüberfall geht’s nun in den Knast
Udo Güldner 03.04.2024 - 13:56 Uhr