Für die Anwesenden am Landgericht Bamberg ist kaum vorstellbar, welche Qualen das zwei Monate alte Baby erleiden musste. Am zweiten Verhandlungstag standen die Aussagen der Mutter im Fokus. „Anfangs ist die Beziehung noch in Ordnung“, schildert diese. Doch die ersten dunklen Wolken kündigen sich schon an. Der Mann entpuppt sich als äußerst eifersüchtig, obwohl es dafür wohl keinen Grund gibt. Stattdessen erwischt die Frau ihn beim Sex mit einer Ukrainerin. Als sie ihn zur Rede stellt, bekommt sie nicht etwa eine Entschuldigung zu hören, sondern eine Faust ins Gesicht. Als der Mann im Laufe des Jahres 2023 erfährt, dass er Vater werden wird, ist er nicht etwa erfreut, sondern schockiert. Er versucht, die Frau zu einer Abtreibung zu drängen. Als es zum Streit kommt und die Frau mit Trennung droht, landet seine Faust erneut in ihrem Gesicht – blaues Auge inklusive. Der späteren Freude über die Geburt folgt aber bald die Ernüchterung, dass er sein bisheriges Leben nicht einfach so weiterführen kann. Die Lage wird schwieriger. Er schreit das Kind immer öfter an. Und er schlägt die Frau. Sie aber geht nicht zur Polizei. „Im Iran ist es normal, dass man als Frau geschlagen wird“ sagt sie. Man habe dort kein Vertrauen in Polizei und Justiz. Geholfen werde den Frauen nicht. Auch als er ihr einige Tage vor dem Angriff auf das Baby mit einem Küchenmesser droht, er werde sie alle umbringen, schweigt die Frau. Später erklärte sie, dass er immer aggressiv werde, wenn etwas nicht so geschehe, wie er es sich vorgestellt habe.
Landgericht Bamberg Vater soll Kind brutal verletzt haben
Udo Güldner 04.12.2024 - 11:12 Uhr