Landkreis Coburg Pandemie fordert Feuerwehren

Wolfgang Braunschmidt

Corona verlangt den Aktiven bei Einsätzen und Ausbildung viel Neues ab. Kreisbrandrat Manfred Lorenz lobt Innovation und Kreativität, die Aktive dabei an den Tag legen.

Premiere: Die Frühjahrstagung der Kommandantinnen und Kommandanten der 99 Freiwilligen und Werkfeuerwehren im Landkreis Coburg musste heuer Corona-bedingt online gehalten werden. Kreisbrandrat Foto: Screenshot/NP

Coburg - Das hat es noch nie gegeben: eine Frühjahrstagung der Kommandantinnen und Kommandanten der 99 Freiwilligen und Werkfeuerwehren des Landkreises Coburg, die ins Internet verlegt werden muss. Das war am Samstag der Fall und stehe dafür, dass die Corona-Pandemie auch den Feuerwehralltag bestimme, die Einsatz- und Führungskräfte diese Herausforderung aber annähmen, sagte Kreisbrandrat Manfred Lorenz. Trotz mancher Vorbehalte seien mit der Nutzung digitaler Möglichkeiten viele Neuerungen umgesetzt worden, beispielsweise in der Kommunikation mit Führungskräften, bei der Werbung junger Menschen für die Mitarbeit in der Feuerwehr, in der Ausbildung und in der Öffentlichkeitsarbeit. „Die Feuerwehr zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie sehr innovativ und kreativ ist“, lobte Lorenz.

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Er verschwieg aber nicht, wie Kontaktbeschränkungen, die wegen Corona gelten, die Arbeit der Feuerwehren behindern. Bereits begonnene Standort- und Landkreislehrgänge hätten ohne Abschluss umgehend beendet werden müssen, geplante Ausbildungen hätten nicht beginnen können. Der Technikworkshop „Elektromobilität“ sei aufgrund der Pandemie ins Wasser gefallen, ebenso das Seminar „Großtierrettung“. Der Neustart in die Ausbildungsphase, der unter der Führung von Kreisbrandinspektor Reinhard Hartung und Kreisbrandmeister Krischa Heym, der Feuerwehr Neustadt und einer Reihe von Kommandanten und Gruppenführern akribisch vorbereitet worden sei, habe aufgrund steigender Infektionszahlen im Landkreis nicht erfolgen können. „Viel Arbeit und kein zählbares Ergebnis – das zehrt schon an der Motivation der ehrenamtlichen Feuerwehrleute“, räumte Manfred Lorenz ein. Deshalb danke er allen Aktiven „für eure Ausdauer und das Durchhaltevermögen“.

Auch wenn die Entwicklung zur „High-Tech-Feuerwehr“ weitergehe: Fundament der ihrer Arbeit seien die Pflege der Kameradschaft, das sich aufeinander verlassen können, das gemeinsame Verarbeiten von Einsätzen „oder nur das gemeinsame Lachen und Scherzen“, so Lorenz weiter. Es schmerze, jetzt, nach über einem Jahr Corona, immer noch darauf verzichten zu müssen. Aber der Kreisbrandrat sei zuversichtlich, „dass wir das alle bald wiederhaben und es noch intensiver nutzen und genießen werden“.

Wichtig sei aber auch, in der Öffentlichkeitsarbeit nicht nachzulassen. Dabei gehe es um die Akzeptanz und die Wertschätzung der Feuerwehrarbeit in der Bevölkerung, aber auch um die Werbung von Nachwuchskräften für die Wehren im Coburger Land. Als positives Beispiel hierfür nannte Manfred Lorenz die Aktion „Löschimasken für Kids“.

Als überaus aufwendiges Projekt stelle sich die Beschaffung von zwei Tanklöschfahrzeugen (TLF) 4000 für die Feuerwehren Froschgrund und Bad Rodach dar, erläuterte der Kreisbrandrat mit Blick auf die fachliche Arbeit. Die Projektgruppe unter der Führung von Kreisbrandinspektor Stefan Püls habe mit großer Akribie ein Leistungsverzeichnis zusammengestellt, das professioneller Arbeit ins nichts nachstehe. „Jetzt hoffen wir, dass die finanziellen Mittel hierfür auch bereitgestellt werden können.“

Die Ausbildung für mögliche Unfälle auf der ICE-Strecke Ebenfeld-Erfurt habe mit dem Bau eines Bahngleises und Bahnsteiges in Untersiemau, was auf Betreiben von Kreisbrandinspektor Hartung und unter Mithilfe der Gemeinde geschehen sei, eine neue Qualität erhalten. „Jetzt können die Feuerwehren, insbesondere die Tunnelbasiseinheiten, realitätsnah das Aufgleisen der Rollwagen und anderes mehr üben“, berichtete Lorenz.

Landrat Sebastian Straubel betonte in seinem Grußwort, die Corona-Situation führe vor Augen, „wie wichtig Ehrenamt, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung sind, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein“. Das lebten die Feuerwehren im Coburger Land. Für ihre Einsatzbereitschaft dankte ihnen der Landrat im Namen der Bevölkerung herzlich.

Oberstes Ziel aller Corona-Maßnahmen sei es, die Einsatzbereitschaft der Wehren aufrecht zu erhalten. Er freue sich, dass es ihnen nun wieder möglich sei, ihren Übungs- und Ausbildungsbetrieb aufzunehmen. Der Landrat lobte zudem, dass die Wehren mit ihrer virtuellen Tagung einen neuen Weg gefunden haben, die Sitzung abzuhalten. Denn: „Die organisatorische Arbeit ist genauso wichtig, um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger weiter gewährleisten zu können“, so Sebastian Straubel.

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