Landkreis Haßberge Das Dekanat sagt Danke

Jens Fertinger

Im Mittelpunkt eines Festabends steht neben einer Predigt und einem Fachvortrag vor allem dieEhrung von Mitarbeitern. Auch sie stehen in der Tradition der Reformation.

Foto: /Jens Fertinger

Rügheim - Am Sonntag, dem Gedenktag der Reformation, hatte das evangelische Dekanat zu einem Festabend eingeladen. Dabei ging es einerseits um einen Gottesdienst mit Referat, andererseits um einen Empfang mit Grußworten und der Ehrung verdienter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Dekanatskantor Matthias Göttemann an der Orgel ausgestaltet. Den liturgischen Teil übernahmen neben stellvertretendem Dekan Jan Lungfiel die beiden Synodalpräsidenten Charlotte Seitz und Gerhard Koch.

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In seinen Ausführungen stellte der Prediger „den Urtext der Reformation“ in den Mittelpunkt, der das Thema Gerechtigkeit vor Gott zum Inhalt hatte. Lungfiel stellte klar, dass die für Luther frohmachende Erkenntnis „So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht werde, ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben“ aus dem Römerbrief auch für uns heute noch genauso Gültigkeit habe wie im ausgehenden Mittelalter. Die Frage der Gerechtigkeit stelle sich in der heutigen Zeit beispielsweise bei der Corona-Pandemie, der Bildung, bei den demografischen Herausforderungen oder der Frage nach dem Klimawandel. „Wir tragen die Verantwortung für uns selbst und diesen Planeten. Jesus hat uns vorgelebt, wie wir uns dem Anderen zuwenden sollen. Wie wir versuchen sollen, gerecht zu handeln, weil Gott uns als Gerechte ansieht“, so Lungfiels abschließende und zugleich mahnende Worte.

Für den Festvortrag hatte man Klaus Dotzer, den neuen Leiter des Afrika-Referats von Mission EineWelt gewinnen können. Sein gewähltes Thema lautete „Tansania – jetzt und in Zukunft mit Mission EineWelt (MEW)“. Mit zwei Dutzend Bilderfolien brachte er den interessierten Zuhörern das afrikanische Land näher, zu welchem das Dekanat Rügheim in Mafinga langjährige Kontakte pflegt. Die Grundidee der Ausführungen basieren auf dem Satz „Wir lernen und wachsen gemeinsam in Christus mit unseren afrikanischen Partnern durch Personalaustausch und Projektarbeit mit uns anvertrautem Geld öffentlich-transparent und regel-basiert“. Dotzer hält diesen Satz – der ihn für seine Arbeit bei der MEW leitet – auch zutiefst aussagekräftig für das Reformationsgedenken und die Zukunft unserer Erde. Es ist ein Weg, der sowohl Schwierigkeiten als auch Freuden bereitet; und wohl jeder Gottesdienstbesucher spürte etwas von dieser gelebten Freude, die den Referenten auszeichnete.

Der zweite Teil des Abend fand dann in der „Alten Schule“ statt, wo es neben Grußworten durch Landrat Wilhelm Schneider und den Bürgermeister der Stadt Hofheim, Wolfgang Borst, im Wesentlichen um die Ehrung verdienter Mitarbeitender ging. Für 50 Jahre treue Dienste wurden mit Urkunde und Tontafel mit dem Segenswunsch des Dekanats und dem Siegel des Lammes ausgezeichnet: Elisabeth Baier (Lektorin), Wolfgang Günzler (Lektor und Kirchenvorsteher), Gerd Rügheimer (Lektor) und Renate Schmitt (Kirchenpflegerin). Die Ehrung für 25 Jahre ehrenamtlichen Einsatz erhielten Michael Dürr (Gemeindehelfer), Margarete Fergusson (Gemeindebriefausträgerin), Werner Pohley (Kirchenvorsteher) und Michaela Stubenrauch (Kinderarbeit und ökumenischer Arbeitskreis).