Landkreis Kronach Ostern – ein Fest mit Ausrufezeichen

Zwei Jahre Pandemie und der Krieg in der Ukraine: Viele Menschen fühlen sich ohnmächtig, sind ratlos oder resignieren. Die österliche Botschaft tröstet.

Ostern ist das Fest der Auferstehung. Ohne den Glauben an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten gäbe es das Christentum nicht, ist Detlef Pötzl, Leiter des Seelsorgebereichs Frankenwald, überzeugt. Jesus besiegt den Tod und schenkt seinen Jüngerinnen eine Perspektive auf ein Leben in Fülle im Hier und Jetzt und sogar über den Tod hinaus. Ewiges Leben wird den Glaubenden verheißen. Ostern ist ein Fest mit Ausrufezeichen. Jesus lebt! Er ist auferstanden! Halleluja!

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Dem Osterfest geht die 40-tägige Fastenzeit voraus. Die Glaubenden sind eingeladen, sich auf das Wesentliche des Lebens zu besinnen, der wahren Bestimmung nachzugehen, sich zu befreien von allem Ballast, der das Leben einengt und nicht zur Entfaltung des menschlichen Lebens dient. Die Fastenzeit erinnert an die 40-tägige Auszeit, die Jesus in der Wüste verbrachte und sie weist auf die 40-jährige Reise des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten in das gelobte Land hin. Das Leben von Jesus und die Betrachtung seines Lebens- und Kreuzweges spielen eine wichtige Bedeutung in der Vorbereitung auf das Osterfest. Leben und Sterben, Anfang und Ende gehören zusammen. An Ostern feiern Glaubende den Anfang der Schöpfung durch Gottes Wort und die Vollendung des Lebens durch Gottes Wort, das in Jesus Mensch geworden ist.

Ohnmacht und Resignation

In den vergangenen zwei Jahren gab es pandemiebedingte Beschränkungen in der Feier der Gottesdienste an Ostern und in der Karwoche. Gottesdienstbesucher mussten sich anmelden, Abstand halten und Schutzmasken tragen. Die österliche Freude war getrübt. Die vielen Fragezeichen unserer Zeit brauchen das Fest mit Ausrufezeichen. Die Welt ist unübersichtlich geworden. Manches ist unberechenbarer als es früher erschien und die Herausforderungen unserer Zeit sind schwerwiegend. Sie machen vielen Angst und erfüllen uns mit Sorgen. Gott aber hat denen, die an ihn glauben, keinen Geist der Verzagtheit, sondern einen Geist des Mutes geschenkt, wie es im Brief an Timotheus heißt. Derzeit sind wir konfrontiert mit dem Angriffskrieg, den Wladimir Putin gegen die Ukraine führt. Wir sehen die schrecklichen Bilder von Tod und Zerstörung auf europäischem Boden, nicht so sehr weit von uns entfernt. Wir erleben, dass unsere globalisierte Welt sehr krisenanfällig ist und wir müssen wahrnehmen, dass auch in unserer Zeit wenige die Macht haben, tausendfaches Leid über Menschen zu bringen. Gegen die Ohnmacht, die wir spüren, gegen die Ratlosigkeit, die uns umtreibt, und gegen die Resignation, die sich breit machen kann, ist das Osterfest ein Fest mit Ausrufezeichen! So wie die Jüngerinnen und Jünger von Jesus angesichts seines Todes ohnmächtig und ratlos waren, ja sogar resigniert haben, so dürfen auch wir die Botschaft vom Leben hören: Jesus lebt! Er ist auferstanden! Halleluja!

Die Gottesdienste in der Karwoche und an Ostern können in diesem Jahr wieder weitgehend frei von Beschränkungen gefeiert werden. Die Kirchengemeinden laden laut Detlef Pötzl, dem leitenden Pfarrer des katholischen Seelsorgebereichs Frankenwald, dazu ein, Bitte und Dank vor Gott zu tragen, und um Kraft und Stärke für das eigene Leben zu bitten. Sie werden darum bitten, dass all diejenigen Erfolg haben, die sich um den Frieden bemühen. Aus der österlichen Freude heraus dürfen wir hoffen, dass alles gut wird und dass wir mit Jesus auferstehen werden. Mit Ausrufezeichen!

Aufstehen!

Dazu passt für Pfarrer Pötzl das Gedicht „Aufstehen!“ von Gabriele Broszio:

„Aufstehen!

Jeden Morgen neu immer wieder

Einmal jedoch – für immer

Aufstehen, auferstehen

Aus den Mauern selbstauferlegter Pflichten

Aus dem Kreis des Gewohnten

Aus der Enge des Alltags

Jeden Morgen neu, immer wieder

Einmal jedoch - für immer

Aufstehen, auferstehen, sich befreien

Von den Fesseln liebgewordener Gewohnheiten

Von den Banden lähmender Selbstzweifel

Vom zentnerschweren Stein quälender Sorgen

Jeden Morgen neu, immer wieder

Einmal jedoch – für immer

Aufstehen, auferstehen, sich befreien, auferweckt werden

Frauen, Männer, Junge, Alte –

Der Mensch ist Zeit seines Lebens aufgefordert,

aufzustehen, aufzuerstehen

Jeden Morgen neu

Gott ruft uns auf, mit seiner Hilfe

Aufzustehen, aufzuerstehen, uns zu befreien

Von dem, was uns daran hindert, Lebende, Lebendige, Liebende zu sein.

Jeden Morgen neu

immer wieder

Bis wir einmal von ihm zum ewigen Leben auferweckt werden.“