Aber auch wenn es nicht dazu kommt, dürfte die Regierungsbildung in den beiden Ost-Ländern schwierig werden. Den Umfragen zufolge sind die sogenannten Parteien der Mitte, die es in die Landtage schaffen würden, also CDU und SPD, weit von einer Mehrheit entfernt. Linke und AfD und BSW kommen in beiden Ländern zusammen über 50 Prozent.
Vierter Akt: Durchatmen oder Scherben aufkehren?
Eine solche Situation würde vor allem die CDU möglicherweise vor eine Richtungsentscheidung stellen, über die derzeit noch niemand reden mag. 2018 hat ein CDU-Parteitag Koalitionen und ähnliche Kooperationen sowohl mit der AfD als auch mit der Linkspartei ausgeschlossen. Ohne die Stimmen einer der beiden Parteien könnte aber eine Regierungsbildung mit einer stabilen Mehrheit unmöglich sein. Was dann? Auf diese Frage gibt in der Union bisher niemand eine Antwort.
Die Absage von Kanzler Merz an Koalitionen mit der AfD klang auf dem Parteitag vergangene Woche noch etwas härter als die an eine Zusammenarbeit mit der Linken. Aber im Prinzip schließt er beides weiter kategorisch aus. Die Union wird versuchen, die Debatte wegzudrücken, bis die Wahlen gelaufen sind.
Sollte die AfD in einem Bundesland den Regierungschef stellen, hätte das weitreichende Auswirkungen. Er wäre dann Mitglied der Ministerpräsidentenkonferenz, damit an länderübergreifenden Entscheidungen beteiligt und auch regelmäßig im Kanzleramt zu Gast. Der Chef des Bundeskriminalamts, Holger Münch, wies vor wenigen Wochen im "Tagesspiegel" darauf hin, dass die Partei dann Zugriff auf "schützenswerte und sensible Daten und Informationen" bekommen würde. "Wir müssen darüber nachdenken, wie offen wir dann mit Informationen im Verbund umgehen könnten", sagte er.