Landwirt getötet Tragödie auf Rinderweide

Wolfgang Braunschmidt

Ein Landwirt aus Bad Rodach wird als vermisst gemeldet. Dann stellt sich heraus, dass er von einem Rind getötet worden ist.

Ein Bulle hat auf einer Weide im Stadtgebiet von Bad Rodach einen Landwirt getötet. Foto: picture alliance /Rainer Jensen

Bad Rodach - Eine Tragödie hat sich auf einer Rinderweide im Stadtgebiet von Bad Rodach ereignet. Ein Bulle hat einen Landwirt getötet.

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Wie es zu dem Unglück kam und was letztlich zum Tod des Landwirts geführt hat, ist bislang nicht mit letzter Gewissheit geklärt. Die Familie des Mannes hatte den 39-Jährigen bei der Polizei als vermisst gemeldet. Er wurde am Samstag, 19. Juni, tot auf einer Weide aufgefunden, die zu seinem Bauernhof gehört.

Der Bad Rodacher wies schwerste Verletzungen auf. Diese deuten nach Informationen der Neuen Presse darauf hin, dass der Mann niedergetrampelt worden ist. Der 39-Jährige soll mit dem Tier auf der Weide vertraut und liebevoll umgegangen sein, habe den Bullen mitunter gestreichelt.

Alexander Czech, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken in Bayreuth, teilte mit, dass sich der 39-Jährige ab Freitagnachmittag, 18. Juni, etwa ab 14 Uhr, in der umzäunten Weide unweit seines landwirtschaftlichen Anwesens aufgehalten habe. Nachdem ihn Angehörige bei der Polizei als vermisst gemeldet hatten, entdeckten sie kurz darauf den leblosen Körper des Mannes innerhalb der umzäunten Weide. Neben einigen Kühen hielt sich auch der aggressive Rinderbulle in diesem Weidebereich auf.

Um den Toten bergen zu können und niemanden zu gefährden, musste das nach Schätzungen zwischen 25 und 30 Zentner schwere Tier von einem Tierarzt betäubt werden. Ein Notarzt konnte anschließend nur noch den Tod des 39-jährigen Landwirts feststellen. Die Kriminalpolizei Coburg hat die Todesermittlungen aufgenommen. „Anhand der gewonnenen Erkenntnisse gehen die Beamten davon aus, dass der Mann von dem Rinderbullen angegriffen und tödlich verletzt wurde“, so Alexander Czech.

Dass die Öffentlichkeit erst eineinhalb Wochen nach dem Unglück informiert wurde, begründete Bad Rodachs Bürgermeister Tobias Ehrlicher gegenüber der NP mit dem Schutz der Angehörigen. Man habe deren Trauer und Leid nicht noch vergrößern wollen, obwohl der Tod des Landwirts in der Stadt sofort die Runde machte.

Schlachtung

In den nächsten Tagen soll das Tier auf der Weide geschlachtet werden, da niemand einschätzen kann, ob und welche Gefahr von dem Rind ausgeht. Dass die Tötung nicht unmittelbar nach dem Unglück erfolgt ist, sei der Tatsache geschuldet, dass sich das Fleisch des Tieres wegen des Betäubungsmittels nicht hätte vermarkten lassen, so Ehrlicher weiter. Der Körper muss es erst abbauen, was ungefähr 14 Tage dauere. Neben der Kriminalpolizei ist auch das Veterinäramt Coburg in den tragischen Fall eingebunden.

Unfälle auf der Weide, bei denen ein Mensch durch einen Bullen oder eine Kuh zu Schaden kommt, verzeichnet die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft immer wieder. Bullen, die bei einer Kuhherde auf der Weide mitlaufen, sind gefährlich, sie beschützen instinktiv die Herde. Deshalb wird auch Spaziergängern geraten, sich von den Tieren fern zu halten. Sie seien unberechenbar, wenn sie Gefahr wittern.