Verband fordert Millionenhilfen
Der Bauernpräsident forderte schnelle Hilfen für die Branche - etwa, von der EU geplante Düngemittelbeihilfen von 60 Millionen Euro national auf 180 Millionen Euro aufzustocken. Bei den Direktzahlungen der EU-Agrarfinanzierung sollten 80 Prozent von Dezember auf Oktober vorgezogen werden. Zudem brauche es eine Senkung der Dieselsteuern bis Ende November. Zu Jahresbeginn waren für die Landwirtschaft nach Gesetzen der Koalition bereits Steuerentlastungen beim Agrardiesel und bei den Stromkosten in Kraft getreten.
Die Linke-Agrarpolitikerin Ina Latendorf warnte: "Die Klimakrise frisst sich durch die deutschen Äcker." Wer durch klimabedingte Ernteverluste in existenzielle Notlage gerate, dürfe nicht alleingelassen werden. "Dafür braucht es einen Krisenfonds. Gleichzeitig müssen wir die Landwirtschaft krisenfester machen."
Grünen-Fraktionsvize Julia Verlinden sagte, neben Fragen nach Akuthilfen müssten auch Maßnahmen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft auf den Weg gebracht werden. Ihre Leistungsfähigkeit in Zeiten der Klimakrise entscheide sich an intakten Böden. Wenn Agrarminister Alois Rainer es mit dem Schutz der Branche vor Dürre und Hitze ernst meine, würde er ein Programm "klimafeste Böden" zur besseren Wasseraufnahme und Wasserspeicherfähigkeit starten.
Minister sieht "ernsthafte Belastung"
Der CSU-Politiker hatte bereits davon gesprochen, dass sich die Trockenheit zu einer "ernsthaften Belastung" entwickele. "Wir lassen die betroffenen Betriebe mit ihren Sorgen nicht allein", sagte er.
Für Hilfszahlungen bei Extremwetter wie Trockenheit sind die Länder zuständig, wie das Ministerium erläuterte. Voraussetzung für eine Beteiligung des Bundes ist eine Einstufung als "Ereignis von nationalem Ausmaß". Maßgeblich dafür sei die Gesamtbewertung der Schäden und wirtschaftlichen Auswirkungen. Das Ausmaß werde erst Ende August nach der Ernte belastbar zu bewerten sein.