Landwirtschaftliche Wege Aufruf zu mehr Rücksichtnahme

Landrat Sebastian Straubel (links) enthüllte gemeinsam mit BBV-Kreisobmann Martin Flohrschütz und Kreisbäuerin Heidi Bauersachs eines von insgesamt 150 Motto-Schildern in Schleifenhan. Foto: /Landratsamt Coburg

Wenn Freizeitsportler und Erntemaschinen sich auf landwirtschaftlichen Wegen begegnen, wird es eng. Eine Aktion wirbt um Verständnis.

Schleifenhan - Es ist ein Thema, das dem Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Martin Flohrschütz, besonders am Herzen liegt: Die Co-Existenz von landwirtschaftlichen Maschinen und Freizeitsportlern auf den Feldwegen in der Region. Um in der Hinsicht für mehr Verständnis zu werben, hat der Landkreis nun die Kampagne „Rücksicht macht Wege breit“ gestartet. Künftig werden Schilder mit diesem Motto auf den Wald- und Flurwegen im Coburger Land daran erinnern, dass die gemeinsame Nutzung dieser Bereiche gegenseitiges Verständnis erfordert. „Das ist ganz wichtig für uns Landwirte“, betont der BBV-Kreisobmann.

Vorbild für die Aktion sei der Landkreis Göttingen, der die Kampagne ursprünglich initiiert hatte. Diese übernehme der Landkreis nun gerne, heißt es von Landrat Sebastian Straubel. Denn zugegebenermaßen werde es manchmal durchaus eng auf den Wegen, wenn sich Drahtesel und Erntemaschine dort begegnen. „Die Natur im Coburger Land ist wunderschön. Und während die einen sie bei Radausflügen genießen möchten, gehen andere dort ihrer Arbeit nach, fahren ihre Ernte ein“, verdeutlicht der Landrat.

Glücklicherweise sei das Verständnis auf beiden Seiten ja in der Regel vorhanden. „Aber manchmal fehlt es eben auch. Und dann wird man mit diesen Schildern daran erinnert, dass die Wege nicht einem allen gehören, sondern sie eben gemeinsam genutzt werden und das Rücksicht erfordert. Nur so werden die Wege breit genug für alle.“ Insgesamt habe der Landkreis 150 Motto-Schilder bestellt, die nun nach und nach aufgestellt werden sollen.

Der Bayerische Bauernverband unterstützt die Aktion sehr gerne, wie Martin Flohrschütz betont. „Aus der Historie heraus sind die landwirtschaftlichen Wege ja Erschließungswege für die landwirtschaftlichen Grundstücke“, erklärt er und setzt hinzu: „Für die Land- und Forstwirte sind das die Wege zu ihren Feldern und Flächen.“ Im Laufe der Jahre hätten dann erst die Mountainbiker, Inlinefahrer und Skater entdeckt, dass sich die Wege auch gut für derlei Freizeitaktivitäten anbieten.

„Diese zwei Nutzungen unter einen Hut zu bringen, das ist schon eine Herausforderung für die Landwirte“, gibt Martin Flohrschütz zu bedenken. Oft würden die landwirtschaftlichen Wege auch genutzt, um die Reifen sauber zu fahren, bevor dann eine große Straße befahren wird. Klar sei, dass die Landwirte die Wege hinterher wieder säubern, in der Erntezeit aber mitunter erst dann, wenn die Arbeiten auf den Feldern abgeschlossen seien. Auch insofern bittet der BBV-Kreisobmann um Verständnis und meint auch: „Manchmal tun sich die Landwirte natürlich auch schwer, mit den breiten Maschinen ins Bankett zu fahren – gerade wenn es so nass ist wie jetzt.“ Martin Flohrschütz hofft nun, dass die Schilder zu einem noch besseren Miteinander auf den Wegen beitragen. „Das liegt mir wirklich am Herzen“, sagt er.

Autor

 

Bilder