LBV Coburg Drei Grüne Engel für Coburg

Das Bayerische Umweltministerium wählt drei ehrenamtliche Naturschützer aus der Region für eine ganz besondere Auszeichnung aus. Sie alle engagieren sich seit Jahrzehnten für Natur-, Tier- und Umweltschutz.

Angelika und Joachim Lessing gehören zu den Grünen Engeln des Coburger Landes. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber überreichte die Auszeichnung. Foto: LBV Coburg/LBV Coburg

Das passt ja zur Vorweihnachtszeit, irgendwie: Ab sofort hat Coburg drei „Grüne Engel“. Wie das kommt? Jedes Jahr vergibt das Bayerische Umweltministerium Auszeichnungen an ehrenamtliche Naturschützer. In diesem Jahr gingen gleich drei von insgesamt zwölf Ehrungen aus dem Bereich Oberfranken nach Coburg. Und: Alle Geehrten sind beim LBV Coburg engagiert - Storchenbeauftragter Hans Schönecker, Naturschützer Stefan Beyer sowie das Ehepaar Angelika und Joachim Lessing, die beiden Leiter der Arbeitsgruppe Wildvogelhilfe. Den Coburger LBV-Vorsitzenden Frank Reißenweber macht das besonders stolz. „Unser gemeinnütziger Naturschutz-Verein ist auf Menschen angewiesen, die uns ehrenamtlich im Naturschutz helfen. Wir bedanken uns für die langjährige engagierte Unterstützung bei unserem Ziel, die wunderschöne Natur in unserem Coburger Land zu schützen und die Arten zu erhalten“, sagt er und bezeichnet den Einsatz der „Grünen Engel“ als „großartig“.

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Überreicht wurden die Auszeichnungen bereits Ende September in Bayreuth durch Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber, der das individuelle Engagement der Geehrten in seiner Laudation eingehend würdigte. Den Storchenbeauftragten des LBV, Hans Schönecker, bezeichnete der Minister dabei als „Anwalt für die Belange der Störche“. Verdient habe er die Ehrung, weil er Kommunen und Hauseigentümer bei der Errichtung von Storchenhorsten berate, um mehr Brutmöglichkeiten zu schaffen. Und weil er in seinem Storchen-Newsletter über die Horste im Coburger Land informiere und Touren dorthin anbiete. „Durch diese vielfältige Arbeit ist auch das Interesse der regionalen Medien an den Störchen gewachsen – was wiederum zu einem höheren Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedürfnisse der Störche beiträgt“, so Thorsten Glauber, der auch die Akribie und wissenschaftliche Genauigkeit von Hans Schönecker beim Sammeln der einschlägigen Daten lobte. Das gelte insbesondere auch für Erhebungen zu den gefährdeten Schwarzstörchen. „Dadurch ermöglicht Hans Schönecker in Zusammenarbeit mit den Staatsforsten und privaten Waldbesitzern einen besseren Schutz der Vögel. Die Breite seines Engagements und die Überzeugung, mit der er sich für die Störche einsetzen, ist beeindruckend.“ Hans Schönecker, freut sich über die Auszeichnung. „Sie ist für mich Anstoß, mit meinem Einsatz für die Störche weiterzumachen“, beteuert er. Allerdings denkt Horst Schönecker dabei auch an alle Horstbesitzer, Vorortbeobachter und Naturfotografen, die ihn bei seiner Arbeit unterstützen. „Auch ihnen gilt diese Auszeichnung“, betont er.

Der zweite Coburger Engel, Stefan Beyer, hat sich bereits über vier Jahrzehnte hinweg „an allen Fronten für den Natur- und Umweltschutz eingebracht“, wie Minister Glauber betont, der auch die vielfältigen Funktionen des Ehrenamtlichen hervorhob, unter anderem als ehemaliges Vorstandsmitglied des LBV Coburg, als gewählter Delegierter des LBV, als Vorsitzender des BUND Coburg und als Projektleiter des Grünen Bands in der Region. Seine Begeisterung für den Naturschutz entwickelte Stefan Beyer bereits als Jugendlicher. „Diese Leidenschaft für die Umwelt hat er dann zu seinem Beruf gemacht und nach dem Biologiestudium an der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken gearbeitet“, lobt Thorsten Glauber und fügt hinzu: „Später hat er als Projektleiter für das Grüne Band den größten Biotopverbund Deutschlands aufgebaut. Der durchgängige Lebensraum, den er damit geschaffen haben, ist eines der schönsten Zeichen der Wiedervereinigung.“

Aber nicht zuletzt Angelika und Joachim Lessing hätten die Auszeichnung als „Grüne Engel“ besonders verdient. Das Ehepaar leitet die Arbeitsgruppe Wildvogelhilfe des LBV und päppelt jedes Jahr rund 300 verletzte oder verwaiste Vögel auf. „Von Meisen, Amseln, Spatzen, Ringeltauben, Mauerseglern und Schwalben ist alles dabei“, weiß auch der Umweltminister, der den Einsatz des Paares herausstellt: „Als engagierte Tierfreunde kümmern sie sich selbstlos um die Vögel, die bei ihnen abgegeben werden. Sie pflegen die Tiere aus Überzeugung und Leidenschaft wieder gesund – das kostet viel Zeit und Geld.“ So hat das Ehepaar alleine für Futter rund 12.000 Euro aus eigener Tasche ausgegeben. „Ihre Patienten füttern sie von morgens bis Mitternacht im Halbstundentakt – und stellen ihre eigenen Bedürfnisse hinten an. Sie scheuen keine Kosten und Mühen, um die Tiere wieder fit zu machen.“ Dabei ende das Engagement des Ehepaars aus Untersiemau jedoch nicht mit der Pflege der verletzten Tiere. „Sie vernetzen sich mit anderen Tierschützern der Region und suchen weitere Freiwillige für die Aufzucht der Vögel. So vergrößern sie das Tierschutz-Netz in und um Coburg.“ Für Joachim Lessing ist die Ehrung von besonderem Wert, weil die Naturschützer nicht von einem Verband, sondern direkt vom Ministerium vorgeschlagen wurden. „Das wertet die Auszeichnung deutlich auf. Wir verstehen sie als Wertschätzung unseres Engagements“, freut er sich.