Eine andere Innovation kommt aus dem Meer: Vor Australiens Küsten wächst die Rotalge Asparagopsis. Wird sie dem Futter von Kühen beigemischt, sinken deren Methanemissionen laut Studien um bis zu 90 Prozent. Laut Adam Main vom Unternehmen CH4 Global, das das Algenfutter kommerzialisiert hat, reichten 50 Gramm pro Tag und Kuh. Damit ließe sich ein Beitrag zum Ziel der Nullemissionen bis 2050 leisten. Auch in der Kombination von Landwirtschaft und erneuerbarer Energie zeigt Australien Kreativität. Auf manchen Farmen sind Solarpaneele nicht nur auf Dächern installiert, sondern direkt über Weideflächen. Sie erzeugen Strom, spenden Tieren Schatten und verbessern die Grasqualität.
Grünflächen-Netze, Baumpflanzung, Management des Mikroklimas
Herausforderung
Europa und Australien unterscheiden sich bei Klima und Vegetation, doch die Herausforderungen ähneln sich. Athen, Madrid oder Rom stehen in heißen Sommern regelmäßig unter extremem Druck: Asphaltflächen heizen sich stark auf, Parks sind oft unzureichend beschattet oder bewässert und Hitzeinseln verschärfen gesundheitliche Risiken. Konzepte wie das Bewässerungssystem „Simpact“ oder der „Sydney Green Grid“ zeigen, wie man Grünflächen, intelligente Baumpflanzung und Mikroklimamanagement einsetzt, um urbane Hitze zu mildern. Feuerresistente Bepflanzung und zusammenhängende Grünflächen könnten Städten helfen, die Auswirkungen von Dürren und Bränden zu verringern.
Austausch
Andererseits kann sich Australien Europa beim Thema globaler Klimaschutz zum Vorbild nehmen. Das Land baut Kohle ab und exportiert sie. Bis 2050 hat man sich ein Netto-Null-Emissionsziel gesetzt.