Leerstand in Coburg Linke macht mit Plakataktion auf Wohnungsnot aufmerksam

Die Coburger Linke hat in der Innenstadt Plakate an unbewohnte Gebäude geklebt, um auf die Wohnungsnot trotz des vielen Leerstands hinzuweisen. Was damit erreicht werden soll.

Leerstehende Gebäude in der Coburger Innenstadt gibt es viele, wie hier in der kleinen Rosengasse oder der Rodacher Straße. Foto: Die Linke

Trotz hoher Mieten und akuter Wohnungsnot stehen in Bayern laut Zensus fast 300.000 Wohnungen leer. Allein in Stadt und Landkreis Coburg stehen mehr als 5.000 Wohnungen leer, mehr als die Hälfte davon seit mehr als einem Jahr. Die Linke will diesen Leerstand nicht hinnehmen, heißt es in der dazugehörigen Pressemitteilung.

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Aus diesem Grund seien in der vergangenen Nacht in ganz Bayern – auch in Coburg – Plakate an leer stehenden Häusern und Wohnungen angebracht worden.

Leerstand mit Stromzählermethode erfassen

„In der Stadt Coburg haben die Vermieter allein in den vergangenen vier Jahren die Mietpreise um 16 Prozent erhöht, das ist einfach unerhört. Obendrein nutzen Spekulanten das gezielt aus, in dem sie zum Beispiel Wohnungen leerstehen und verfallen lassen. Das muss ein Ende haben“, so Joachim Hoppe, Kreisvorsitzender der Linken in Coburg, laut Pressemitteilung.

„Wir fordern die Stadt Coburg auf, leer stehende Wohnungen, zum Beispiel über die Stromzählermethode, systematisch zu erfassen. Für Leerstände, die länger als sechs Monate dauern, fordern wir eine Leerstandsabgabe in Höhe der ortsüblichen Miete. Und bei jahrelangem Leerstand muss die Beschlagnahmung und die Instandsetzung auf Kosten der Eigentümer erfolgen”, ergänzt Lena Kießling, Kreisvorständin der Linken Coburg.

„Baurecht nur mit bezahlbaren Mieten“

„Warum stehen hier Wohnungen leer?“ – „Wie viele Menschen könnten hier wohnen?“ – „Hier ist leer. Was soll das?“ steht demnach auf den Plakaten. Damit werde in etlichen bayerischen Städten sichtbar, dass Leerstand flächendeckend vorkommt, auch hier in Coburg. Die Linke Bayern habe angekündigt, dieses Problem zukünftig in den Stadt- und Gemeinderäten zu thematisieren.

„Zur Kommunalwahl nächstes Jahr treten wir in ganz Bayern an und wir werden dafür sorgen, dass kein Bauausschuss tagt, ohne dass die explodierenden Mieten Thema sind. Wir werden uns in den Räten dafür einsetzen, dass öffentlicher Grund nicht verkauft wird und es Baurecht nur mit bezahlbaren Mieten gibt“ so Hoppe weiter.

Die Linke Bayern hat laut Schreiben eine Webseite eingerichtet, auf der Leerstand gemeldet werden kann und direkt an die örtlichen Behörden weitergeleitet wird.