Leserdiskussion zum Fasching Niveaulose Umzüge in Coburg und Seßlach?

Ein Familienvater stört sich an sexistischen Saufliedern in hoher Lautstärke. Dafür bekommt er bei „Plural“ und in den Sozialen Medien Zustimmung – aber auch Ironie zu hören.

Ist der Fasching – oder sind die Faschingsmuffel – noch zu retten? Zumindest in Arzberg (Landkreis Wunsiedel) macht man sich schon Sorgen. Foto: Michael Meier

„Wirklich schockiert“ war NP-Leser Dominik Lang – und hat seine Erlebnisse vom Seßlacher und Coburger Faschingsumzug in einem Brief an die Redaktion niedergeschrieben. Niveaulose, teils sexistische und übergriffige Sauflieder in viel zu hoher Lautstärke – für den jungen Vater war der Besuch mit der Familie alles andere als ein gelungener Ausflug.

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Ein Thema, das unsere Leser bewegt. Und unterschiedliche Meinungsäußerungen hervorruft. Auf der Facebook-Seite der Neuen Presse beispielsweise sind die Meinungen gemischt. Hubert Niestroy würde das mit den „niveaulosen Saufliedern“ unterschreiben, ebenso die zu hohe Lautstärke für den einen oder anderen Wagen in Coburg.

Andere hingegen meinen: Wird ja niemand gezwungen, einen Umzug zu besuchen. Setzt Euch mit Euren Kindern in den Keller. Oder: „Beim Coburger Umzug wird jedes Jahr mehr verboten im Gegensatz zum Seßlacher, der echt abgeht!“

„Niemand mag diese Ballermannlieder, außer niveaulose Menschen“

Zustimmung bekommt der Leserbrief-Schreiber von Martin Jürgenliemk aus Untersiemau. „Ich kann mich der Kritik über das Niveau der Liedertexte nur anschließen“, schreibt er in der NP-Community „Plural“. Und weiter: „Wenn man Musik für Veranstaltungen zusammen stellt, muss man schon suchen, wenn man sexistische Texte vermeiden will.“ Die Kölner zeigten aber, dass es gehe.

Überhaupt sei verwunderlich: Im täglichen Sprachgebrauch werde man immer kritischer, bei Texten für Stimmungslieder gehe jedes Maß verloren. „Welchem Kind/Jugendlichen soll man die Logik erklären“, so Jürgenliemk. Sein Vorschlag: „Es werden nur Lieder gespielt, deren Texte man als Mann jederzeit im Smalltalk mit Frauen zitieren dürfte.“

Auch Carmen Zahn aus Coburg hat bei „Plural“ Verständnis für den Leserbriefschreiber: „Niemand mag diese Ballermannlieder, außer niveaulose Menschen. Das ist einfach eine Gesellschaft, die unter ihresgleichen bleiben sollte und nicht auf öffentlichen Straßen und Plätzen.“

„Wer mehr Niveau erwartet, sollte nach Köln oder Düsseldorf“

Günther Haas aus Seßlach versteht die Aufregung um den Faschingsumzug in seiner Heimatstadt nicht. „Seit vielen Jahren fahren Jugendliche aus verschiedenen Dörfern auf großen Wägen mit lauter Musik und Alkohol bei den Umzügen mit“, schreibt er bei „Plural“. Dass überwiegend Familien mit Kindern Besucher sein sollen, könne er nicht bestätigen. Sein Fazit: „Wer mehr Niveau erwartet, sollte nach Köln oder Düsseldorf.“

Der Coburger Werner Kaiser empfiehlt in der Community das nähere Trappstadt statt Nordrhein-Westfalen. Der Umzug in seiner Heimatstadt? Niveaulos, Einfallslos, teilweise peinlich. Der im nahen unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld dagegen mache es vor: „Da werden Sachen auf die Beine gestellt, die ihres Gleichen suchen.“

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