Lesermeinung aus Großheirath „Wählerwille bewusst missachtet“

Katja Wolff hat für die Grünen ein beachtliches Ergebnis erzielt bei der Bürgermeisterwahl in Großheirath. Dass sie keine Stellvertreterin wird, missfällt einer früheren Parteikollegin.

Mehr als 31 Prozent der Wählerstimmen, aber keine stellvertretende Bürgermeisterin: Katja Wolff. Foto: privat

Martina Benzel-Weyh wohnt im Großheirather Ortsteil Gossenberg. Die ehemalige Grüne, Coburger Stadträtin und OB-Kandidatin 2014 und 2020 schreibt:

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„Zunächst möchte ich allen (und es sind fast alle) Gemeinde- und Stadträten der Gemeinden und Kommunen im Landkreis Coburg gratulieren, dass – entsprechend der Wahlergebnisse – auch Zweite und Dritte Bürgermeisterinnen in den kürzlich stattgefunden konstituierenden Sitzungen gewählt und vereidigt wurden.

Umso peinlicher und enttäuschender ist das Verhalten unseres neuen Großheirather Gemeinderats zu bewerten. Ich nahm als Zuschauerin an der konstituierenden Sitzung teil und war – nicht als Einzige – zutiefst entsetzt über die erlebte Wahl. Obwohl Katja Wolff über 31 Prozent der Stimmen bei der Bürgermeisterwahl erhielt und auch bei der Gemeinderatswahl die zweithöchste Stimmenanzahl auf sich vereinen konnte, waren sich der neue Bürgermeister Andreas Lorenz (FW) und die Räte der Freien Wähler, der CSU, der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Großheirath und der eine Gemeinderat der SPD schnell einig, Katja Wolff und damit über 30 Prozent der Wähler ins Leere laufen zu lassen. Weder der Posten der Zweiten noch der Dritten Bürgermeisterin wurde Katja Wolff trotz ihrer sehr guten Wahlergebnisse zugesprochen.

Da wird der Wählerwille bewusst missachtet und das, obwohl der Leitspruch von Andreas Lorenz und seiner Freien Wähler hieß: „Weil‘s nur gemeinsam geht!“ Scheinbar galt das nur für den Wahlkampf, wie man sieht.

Schade, gleich bei der ersten Bewährungsprobe handeln FW, CSU, GfG und SPD so, dass dieses Wahlkampfmotto ad absurdum geführt wird.

Da darf man schon gespannt sein, wie wählerfreundlich und progressiv die Mehrheiten im Großheirather Gemeinderat in den nächsten sechs Jahren agieren werden. Wir sollten die Glaubwürdigkeit der Bürgermeister und der Gemeinderäte an ihren Taten und nicht an ihren Worten messen. Dann sehen wir Bürger bis zur nächsten Kommunalwahl 2032 klarer.“