Lesung in Ebern Ein berühmter Franke in Amerika

Barbara Ortwein stellt im Rathaus ihr neues Buch über Joseph Spielmann vor. In Spillville kennt ihn fast jedes Kind, in seiner Heimat Seßlach kaum jemand. Wer war dieser Mann?

Barbara Ortwein liest im Eberner Rathaus aus ihrem neuesten Buch. Foto: Steffi Rost

Gleich zu Beginn des Jahres 2026, in dem an die Unabhängigkeit der USA vor 250 Jahren erinnert wird, stellt am 15. Januar 2026 um 19 Uhr im alten Rathaus in Ebern die Prager Autorin Barbara Ortwein ein neues Buch vor, das dem fränkischen Auswanderer Joseph Spielmann gewidmet ist. Dazu gibt es eine Ausstellung und Musik aus dem 19. Jahrhundert.

Nach der Werbung weiterlesen

Tatsächlich handelt es sich bei Spielmann um einen Pionier in der Geschichte des mittleren Westens in den USA, der in Dietersdorf bei Seßlach 1801 geboren wurde. Heute kennt ihn kaum noch jemand in seiner Heimatregion. Anders ist das in der Stadt und ihrer Umgebung, die Joseph Spielmann in Iowa gegründet hat: In Spillville und im gesamten Nordosten von Iowa westlich des Mississippis wird sein Andenken bis heute hochgehalten. Doch auch die Menschen in Iowa kennen nur einen Teil seiner Geschichte. Sie wissen fast nichts über sein Leben in Oberfranken und über die Bedingungen und Umstände der Auswanderung von Franken in die USA im 19. Jahrhundert.

Ein Pionier aus Seßlach

In ihrem historisch genauem, doch auch spannendem Buch „Aus Franken zum Mississippi – Joseph Spielmann – Iowas bayerischer Pionier“, das auch in englischer Sprache vorliegt, will Barbara Ortwein das ändern: Sie erzählt von den unendlichen Mühen, die Spielmann in jener Zeit in seiner Heimat und in den USA auf sich nahm, um ein besseres Leben zu finden und welchen Mut er aufbrachte, sein Leben mehrmals fundamental zu ändern.

Obwohl Spielmann schließlich sein Ziel erreichte und in Iowa ein reicher Mann wurde, vergaß er jedoch nie, sich um die Schwächeren zu kümmern. Neben vielen seiner Landsleute nahm er sich auch besonders der verarmten böhmischen Auswanderer an.

Die Autorin wird neben der Lesung in einer Ausstellung die Schauplätze von Spielmanns Leben im damaligen Oberfranken und in Iowa vorstellen. Ferner ergänzt sie die Lesung mit Livemusik von Auswandererliedern und deutschen und amerikanischen Volkslieder jener Zeit.