Können Promis über Krankheiten sprechen?
Dass es für Prominente besonders schwierig ist, über eine Krankheit zu sprechen, glaubt Herbst nicht unbedingt - zumindest nicht im Fall von Gottschalk: "Soweit ich das mitbekommen habe, war es ja Thomas Gottschalks Entscheidung, es erst mal nicht zu thematisieren - er hat da die Hoheit über sich. Und jetzt ist er umgeschwenkt und hat sich anders entschieden, aus guten Gründen."
Schauspieler Bjarne Mädel ("Stromberg", "Der Tatortreiniger") sieht das Thema Krankheit bei Promis problematischer: "Ja, man ist halt immer unter Beobachtung. Und klar willst du - um bei Gottschalk zu bleiben - das Image halten, der Strahlemann, der Lustige, der Stimmungsmacher sein", sagte Mädel der dpa am roten Teppich der "Stromberg"-Premiere in Berlin.
Die Kritik und Häme, die Gottschalk für seine teils verwirrt und fahrig wirkenden Bühnenauftritte abbekommen hatte, findet Mädel unangebracht - unabhängig von der Krebserkrankung. "Man sollte generell nicht immer so hart sein in seinen Urteilen", sagte der Schauspieler. In sozialen Medien sei die Tendenz, immer gleich draufzuhauen. "Daumen hoch oder Daumen runter - wie im alten Rom. Man muss nicht immer so erbarmungslos auf Leute einknüppeln", sagte Mädel.