Lichtenfels/Coburg Erfahrungen aus dem Sport

Unterstützt das Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien in Lichtenfels: Jan Gorr, Geschäftsführer des HSC Coburg. Foto: Tim BIrkner

HSC-Geschäftsführer Jan Gorr ist beim Forschungs- zentrum für digitale Zukunftstechnologien in Lichtenfels dabei. Aber was hat das mit dem optimalen Verhältnis von Belastung und Erholung zu tun?.

Lichtenfels/Coburg - Jan Gorr hat gerade den HSC Coburg in die erste Handballbundesliga gebracht. Die Trainer der Liga wählten ihn zum "Trainer der Saison". In Auszeiten während des Spiels muss er in wenigen Sekunden die zentralen Tipps und Informationen geben, um zu gewinnen. "Vom Leistungssport kann man lernen, unter absolutem Stress Entscheidungen zu treffen", sagt Gorr. Das ist ein Beispiel dafür, was er zum Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien (FADZ) in Lichtenfels beitragen möchte.

"Mich fasziniert die Idee, so ein Forschungszentrum genau hier bei uns aufzubauen." Seit einem Jahr ist er Mitglied im Förderverein und hat eine Menge Ideen, das FADZ und seine Erfahrungen aus dem Sport zu verbinden. "Hier treffen sich Wissenschaftler und Praktiker, Studierende und Schüler. Da werden wir schnell viele Sachen feststellen, bei denen wir die gleichen Probleme haben und von den guten Erfahrungen der anderen profitieren können. Und zwar altersübergreifend und branchenübergreifend", skizziert Gorr die Chancen, die er für das FADZ in Lichtenfels sieht.

Ob Firma oder Handwerksbetrieb, Teamaufgaben kann man nur gemeinsam lösen, wie im Handball. "Heute entscheiden Kleinigkeiten ein Spiel. Jeder muss aufs Höchste bei der Sache sein und für den anderen einstehen", vermittelt Gorr im Sport. Der HSC setzt auf Tempo auf dem Spielfeld und auf Kontinuität beim Personal. "Jede unsere Positionen ist doppelt besetzt: Ein junges Talent und ein erfahrener Spieler bilden ein Team. Es geht darum, zu verstehen, dass beide sich ergänzen, beide einander brauchen, um ein optimales Ergebnis zu liefern." Das ist ein Beispiel für die Weitergabe von Wissen, die jedem Betrieb oder jeder Organisation wichtig ist.

Seit dieser Saison ist Jan Gorr Geschäftsführer des HSC Coburg. Auch das zeigt, wie der Verein denkt: Die Menschen werden entwickelt, verändern sich, können auf vielen Positionen etwas zum Erfolg beitragen - und jeder Schritt hat seine eigene Zeit. Für Gorr ist es eine Phase, in der er Struktur und Organisation von der freien Wirtschaft lernen und adaptieren möchte. Auch das ist ein Prinzip. Etwas beitragen und etwas annehmen. Beides gehört zusammen. Den Ball annehmen und ihn wieder abgeben.

"Es gibt unglaublich viele Parallelen, die im FADZ sichtbar werden können", sagt Gorr. Bereits in der Vergangenheit ist er mit Spielern in die Schulen gegangen und sie haben von ihrem Werdegang erzählt. "Dabei geht es um ein Ziel, das mit starkem Willen und Disziplin verfolgt wird. Das kommt bei den Kindern wahnsinnig gut an." Oder er hat mit Führungskräften einen Deal gemacht: "Tausche Hemd gegen Trikot." Das könnte strukturiert im Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien stattfinden. "Die digitale Technik hilft uns zum Beispiel, das optimale Verhältnis zwischen Belastung und Erholung zu finden", erzählt Gorr aus dem Sport.

Die Trainingsreize müssen individuell zu jedem einzelnen Spieler passen. Die Pausen müssen die richtige Länge und die richtige Gestalt haben. "Das ist eine Kunst", sagt der Spieler, Trainer und Geschäftsführer. "Es geht um bewusste Pausen, die gestaltet werden. Dehnungsübungen, ein Besuch in der Obermaintherme oder etwas für den Kopf. So kommen der Spieler und die Mannschaft voran." Das sind Erfahrungen, die er gerne weitergibt.

Auch in der Nachwuchsarbeit sieht Gorr Parallelen zu der Lichtenfelser Forschungseinrichtung, an der auch die Hochschule Coburg mitwirkt. In den Trainingscamps des HSC geht es heute schon um die Verbindung von Theorie und Praxis. Handball ist auch Technik, Ernährung und Rückenschule. Sportliche Leistungen können im Team nur erbracht werden, wenn der Horizont weit ist. Der HSC schickt seine
Spieler in Vorträge oder sie besuchen Firmen. "Wir wollen den Jugendlichen auf allen Ebenen etwas bieten, um sie zu entwickeln." Das ist eine Brücke zum FADZ. "Wir können mit einem so zukunftsträchtigen Bereich unsere Region voranbringen. Das hilft jedem, auch dem HSC. Und wir wollen etwas dazu beitragen", sagt Gorr. red

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