Lichtenfels Mehr Kaufkraft für die Innenstadt

Investor Michael Regus spricht beim Heringsessen der CSU. Das Fachmarktzentrum in der Mainau werde auch die Innenstadt beleben, argumentiert er.

Lichtenfels - Großzügige Einstandsgeschenke versprachen die Betreiber und Investoren des möglichen Fachmarktzentrums in Lichtenfels, Michael und Fritz Regus, beim Heringsessen des CSU-Stadtverbandes am vergangenen Freitag im historischen Schützenhaus. Sie wollen nicht nur in der Mainau ein zeitgemäßes Einkaufszentrum bauen, sondern für die Jugendlichen eine Diskothek gleich dazustellen. Michael Regus setzte noch einen drauf: Er wolle mithelfen, leerstehende Geschäfte in der Innenstadt wieder mit Leben zu erfüllen. "Wir sind Schnittstelle und Vermittler für weitere Ansiedlungen auch in der Innenstadt".

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Stadtverbandsvorsitzender Christian Barth unterstrich, die CSU habe ihre Position Pro Fachmarkzentrum deutlich gemacht und abweichend von politischen Themen beim traditionellen Fischessen, dem Investor die Chance gegeben, sein Projekt vorzustellen. Dieser gab einen 100-prozentigen Vermietungsstand und die Unterzeichnung entsprechender Vorverträge bekannt. Es bestehe ein großes Interesse an den zur Verfügung stehenden Flächen. Er könne die starke Nachfrage nicht befriedigen und schloss nicht aus, dass Geschäfte sich auch in der Innenstadt niederlassen könnten. Sein Unternehmen, die LIF-E GmbH & Co KG, biete dem neuen Citymanager seine Mitarbeit an.

Regus wiederholte seine Argumente, die für ein Fachmarktzentrum sprechen. Die Attraktivität der Innenstadt werde durch den überregionalen Einzugsbereich des "City LIF-E Fachmarktzentrum" und die daraus resultierende Magnetwirkung der Stadt Lichtenfels auf ihr Umland um ein Vielfaches erhöht. Im Gegensatz zu vielen Einkaufszentren gleicher Bauart liege Zentrum nicht etwa auf der grünen Wiese, sondern in direkter Nachbarschaft zum Stadtkern von Lichtenfels.

Bereits angekündigte Geschäftsverlagerungen an den Stadtrand oder gar in das angrenzende Umland könnten verhindert werden. Durch den größeren Einzugsbereich erhöhe sich die Kaufkraft in der Innenstadt um ein Vielfaches, war sich der Investor sicher. Lichtenfels könne in Verbindung mit dem Fachmarktzentrum durch ein geeignetes Stadtmarketing eine höhere touristische Bedeutung erlangen.

Bei der anschließenden Diskussion erklangen nur wenige kritische Töne. Warum er denn gerade nach Lichtenfels bauen wolle, fragte CSU-Kreisvorsitzender Christian Meißner, MdL. Regus begründete den Entschluss mit der zentrumsnahen Lage des Projekts, die er in Hallstadt oder Bamberg nicht vorfinde. Stadt- und Kreisrätin Emmi Zeulner lotete Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche aus, zum Beispiel mit einer Diskothek. "Wir haben bereits Kontakt aufgenommen", beschied ihr Regus. Wenn es so weit sei, werde ein Antrag gestellt. "Und wenn ja, bauen wir die Disko", versicherte er.

Einem Zuhörer missfiel die Fragestellung des Bürgerentscheids am 20. März zum Fachmarktzentrum. Wer man mit ja stimme, sei dagegen und mit nein dafür. Regus teilte mit, dass er darauf keinen Einfluss hätte. Ebenso beschied er einen anderen Diskussionsteilnehmer, der sich einen runden Tisch wünschte, an dem beide Seiten zu Wort kommen sollten. "Wer seinem Gegner ins Gesicht sieht, wägt seine Argumente sorgfältiger ab", war dieser überzeugt.

Widersprüchliche Aussagen zu den neuen Arbeitsplätzen waren einem Teilnehmer aufgefallen. Es dürfe doch nicht mit der Schaffung von Arbeitsplätzen geworben werden, wenn ein Geschäft nur umziehe. Regus unterstrich, dass in diesem Fall zusätzliche Arbeitsplätze gemeint seien, die durch größere Verkaufsflächen entstünden.

Einen älteren Zuhörer interessierte den finanziellen Aufwand, den die Stadt bei der Errichtung des Marktes zu tragen hätte. Regus antwortete: "Das Gelände wird von uns komplett erschlossen, die Gebäude abgerissen und neue aufgebaut." Dabei würden rund 110 000 Kubikmeter Erde und Bauschutt bewegt. Der CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Robert Gack gab dazu nähere Informationen. Das Gelände sei bereits mit Ver- und Entsorgungsleitungen erschlossen. Der Stadt obliege es, eine attraktive Anbindung an die Innenstadt zu schaffen.

Die Diskussion wurde vom Vorsitzenden des CSU-Stadtvorsitzenden Christian Barth geleitet. Die CSU halte dieses Projekt für die weitere Entwicklung von Lichtenfels sehr wichtig. Er bat um Teilnahme und Unterstützung der letzten beiden Veranstaltungen zu diesem Thema. Eine Informationsveranstaltung und Wahlparty finde am Mittwoch, 16. März, ab 16 Uhr auf dem Gelände des geplanten Fachmarktzentrums statt. Am Samstag, 19. März, sei ein Informationsstand in der Lichtenfelser Innenstadt geplant.

Kreisvorsitzender Christian Meißner nahm Michael Regus vor Angriffen in Schutz. Man dürfe ihn auch nicht diffamieren, nur weil er aus Bamberg sei. aw



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