Lloyd Austin Joe Biden hat einen US-Verteidigungsminister im Blick

red/AP

Die Entscheidung Joe Bidens für einen Verteidigungsminister soll gefallen sein. Der Viersternegeneral Lloyd Austin blickt auf eine lange Karriere beim US-Militär zurück. Er wäre der erste schwarze Pentagon-Chef - und müsste eine besondere Hürde nehmen.

Lloyd Austin soll neuer Verteidigungsminister der USA werden. Foto: dpa/Pablo Martinez Monsivais

Washington - Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat sich nach Informationen der Nachrichtenagentur AP für den früheren US-Militärkommandeur Lloyd Austin als Verteidigungsminister entschieden. Vier informierte Quellen bestätigten der AP die bevorstehende Nominierung des Viersternegenerals als Kandidat für das Pentagon. Offiziell hatte Biden die Entscheidung für Austin am Montag (Ortszeit) zunächst noch nicht verkündet.

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Stimmt der Senat zu, wäre der General im Ruhestand der erste Schwarze an der Spitze des Verteidigungsministeriums. Er blickt auf jahrzehntelange Erfahrung in den Reihen des Militärs zurück. Und genau das könnte ihm im Kongress und im Verteidigungssektor Probleme bereiten, wo es einige Befürworter einer klaren Trennung zwischen ziviler und militärischer Führung gibt.

Sonderfreigabe nötig

Auch wenn viele frühere Verteidigungsminister Zeit beim Militär verbracht hatten, haben nur zwei dort wie Austin Karriere gemacht — George C. Marshall und James Mattis. Wie vor ihm Mattis, bräuchte Austin eine Sonderfreigabe des Kongresses, um das Amt auszuüben, weil seine Amtszeit beim Militär nicht lange genug zurückliegt.

Mit der Schaffung des Amts des Verteidigungsministers 1947 beabsichtigte der Kongress, das Militär unter zivile Kontrolle zu stellen - erst nach sieben Jahren ohne Uniform sollten frühere Angehörige der Streitkräfte das Amt antreten können. Austin ist seit 2016 im Ruhestand.

Alter Bekannter

Biden kennt Austin spätestens seit seiner Zeit als Vize-Präsident der Obama-Regierung. Austin war am Irak-Krieg als Militärangehöriger während der gesamten Dauer beteiligt. Zur Zeit der Wahl Obamas 2008 hatte er das Kommando über die multinationalen Truppen in Bagdad, zwischen 2010 und 2011 kehrte er zurück, befehligte die US-Truppen im Irak und beaufsichtigte anschließend den Abzug.

Ein Jahr darauf entwarf er unter anderem Strategien für die Bekämpfung der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien. Als Austin in den Ruhestand ging, lobte Obama seinen „Charakter und Kompetenz“, außerdem sein Urteilsvermögen und Austins Führungsqualitäten. Der 67-Jährige ist Absolvent der United States Military Academy in West Point. Er diente dem Militär 41 Jahre lang - bis zu seinem Ruhestand 2016.

Austin als einen „stillen“ General zu bezeichnen, wäre untertrieben: Er gab selten Interviews und bevorzugte es, sich nicht öffentlich zu Militäroperationen zu äußern.