Ludwigsstadt Abschied von einer beliebten Seelsorgerin

Heike Schülein

Pfarrerin Rebekka Pöhlmann verlässt Ludwigsstadt. Das Bedauern darüber ist groß.

 
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Viel Wehmut und jede Menge Emotionen gab es am Sonntag beim Abschieds-Gottesdienst von Pfarrerin Rebekka Pöhlmann. Die beliebte Seelsorgerin der Kirchengemeinden Ludwigsstadt und Steinbach an der Haide tritt zum 1. November die Nachfolge von Pfarrer Holger Manke im ungarischen Sopron/Ödenburg an.

Abschiedsweg

„Meine Geschichte hier in Ludwigsstadt ist ein Zufall. Wer hätte gedacht, dass ich einmal in den Frankenwald komme - aus New York? Aber dann hat mich Gott hierhergeführt und es war eine gute Zeit“, bekundete die scheidende Pfarrerin. Nachdem sie während der vergangenen vier Jahre immer sehr gerne - am liebsten zu Fuß - unterwegs gewesen war, nahm sie die zahlreichen Kirchenbesucher bildlich ein Stück weit mit auf ihren Abschiedsweg – beginnend von ihrer Wohnung die Treppe hinunter ins Pfarramt, über das Gemeindehaus und Café Esprit hinüber zum Kindergarten und zur Michaeliskirche. Von dort aus „wanderte“ sie über den Sommerberg nach Steinbach/Haide, vorbei am wunderbaren Pflanzbeet hin zur Elisabeth-Kirche, der ältesten Kirche im Landkreis. Abstecher führten zur Diakonie und katholischen Kirche und schließlich Richtung Ottendorf zum Seniorenheim und zur Schule, bevor der große Spaziergang wieder in der Michaelis-Kirche endete. „Ich habe sehr viel Wertschätzung erfahren auf meinem Weg“, zeigte sie sich dankbar.

1463 Tage in „Ludscht“

Die kirchlich vorgesehene Entpflichtung der Gemeindepfarrerin, die in Erlangen, Leipzig, Budapest und Jerusalem evangelische Theologie studiert hatte, nahm stellvertretender Dekan Michael Foltin vor. Er dankte ihr für ihren ab dem 8. September 2019 geleisteten und insbesondere auch während der Corona-Zeit stark fordernden Dienst. In den 1463 Tagen im Frankenwald habe sie viel Sympathie erfahren, meinte er.

Die junge Seelsorgerin hatte bereits bei Studienaufenthalten in Ungarn, aber auch bei einem Spezialvikariat bei den Vereinten Nationen in New York und durch Mitarbeit im Ökumene-Fachausschuss wichtige Erfahrungen in der internationalen ökumenischen Zusammenarbeit gewonnen. Mit dem Stellenantritt in Sopron kehrt sie jetzt an jenen Ort zurück, wo sie einst ihre erste Predigt hielt. Gleichzeitig wird Rebekka Pöhlmann, die neben fließend Englisch auch Französisch, Ungarisch und teilweise Hebräisch spricht, auch in der landesweiten bayerisch-ungarischen Kirchenpartnerschaft mitarbeiten .

Ansteckendes Lachen

Nach dem vom SMS-Chor umrahmten Gottesdienst wurde sie von Landrat Klaus Löffler ebenso verabschiedet wie von den Kindergarten-Kindern. Die Jungen und Mädchen ließen schillernde Seifenblasen durch die Lüfte schweben, während sie das oft gemeinsam mit ihr angestimmte Lied „Komm mit, schlag ein, ich lad dich ein“ darboten.

Wie ungern man die Frohnatur ziehen lässt, zeigten auch die Grußworte beim Empfang im Gemeindehaus St. Michael-Schafstall, der von Andrea Ehrhardt vom Kirchenvorstand moderiert wurde. „Deine offene und herzliche Art und dein ansteckendes Lachen werden fehlen“, bekundete Birgit Tröbs namens aller Kirchenvorstände. Man danke Gott dafür, dass sie auf ihrer Durchreise vorübergehend in „Ludscht“ und „Stemich“ Halt gemacht habe.

„Schö war’s“

Die besten Wünsche der Stadt Ludwigsstadt übermittelte Stadtrat Johannes Haase, der von einer unwahrscheinlich schönen Zeit sprach, in der sie auch als Freundin und Vertraute den Menschen Empathie und Offenheit entgegengebracht habe. Die Erinnerungen an die gemeinsamen Jahre werde man im Herzen tragen. Namens der katholischen Kirche blickten Gisela Kaiser und Pastoralreferent Josef Grünbeck auf die von Freundschaft und Respekt geprägte ökumenische Zusammenarbeit mit mitunter auch lustigen, flippigen und etwas verrückten Momenten zurück.

„Du hast Farbe und Buntheit in unser Pfarrkapitel gebracht“, würdigte die Seniora des Pfarrkapitels, Pfarrerin Alina Ellgring. Christian Vetter aus Kronach lobte Pöhlmanns stets anschauliche und lebensnahe Predigten. Diese verabschiedete sich selbst mit einem kurzen und bündigen „Schö war’s!“.

Alina Ellgring teilte abschließend mit, dass die Pfarrstelle noch nicht wieder besetzt sei. Erfreulicherweise werde aber Pfarrerin Brudereck mit einem halben Dienstauftrag die Stellvertretung übernehmen, was ein großes Glück sei.

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