Ludwigsstadt Ein Gütesiegel für guten Bodenschutz

Bürgermeister Timo Ehrhardt zeigt stolz das Gütesiegel, das die Stadt Ludwigsstadt als „Flächenbewusste Kommune“ ausweist. Foto: Stadt Ludwigsstadt

Flächenfraß ist in Bayern ein großes Problem. Ludwigsstadt zeigt, wie man dem erfolgreich gegensteuert. Dafür wurde man nun vom Freistaat ausgezeichnet.

Ludwigsstadt - Ludwigsstadt hat es jetzt mit Brief und Siegel: Die Stadt ist eine von insgesamt vier „Flächenbewussten Kommunen“ in Bayern. Mit dem staatlichen Gütesiegel zeichnet der Freistaat Gemeinden für ein aktives Flächenmanagement und innovative Ansätze und Maßnahmen zur Reduzierung des Flächenverbrauchs aus.

Der geplante Festakt in München zur Übergabe des Siegels fiel zwar wegen Corona ins Wasser, Plakette und Verleihungsurkunde wurden stattdessen postalisch übermittelt – Bürgermeister Timo Ehrhardt freut’s dennoch. „Das Gütesiegel ist für das, was wir bisher geleistet haben, eine schöne Bestätigung. Und es ist eine Motivation, das auch künftig weiter so umzusetzen.“

Mehr als eine Anerkennung ist mit der Auszeichnung nicht verbunden. Für den Rathauschef hat sie dennoch Gewicht: „Wir sind auf dem richtigen Weg. Und wer weiß: Vielleicht hilft es ja bei anderen Projekten“, meint Timo Ehrhardt mit Blick auf die Förderung von kommenden Unterfangen.

Aktives Leerstandsmanagement

Die Stadt hat sich mit mehreren Projekten um das Gütesiegel beworben. Ludwigsstadt erlebt seit der Wiedervereinigung einen wesentlichen Strukturwandel mit einem Bevölkerungsrückgang um rund 20 Prozent. Um die knappen Flächenressourcen sparsam zu verwenden, bedurfte es einer strategischen Ausrichtung der Stadtentwicklung. Aufbauend auf ein Interkommunales Städtebauliches Entwicklungskonzept wurden vorbereitende Untersuchungen zur Stadtsanierung für den Ortsteil Lauenstein und den Stadtkern Ludwigsstadt durchgeführt und in weiteren Konzepten vertieft. Die Stadt betreibt ein aktives Leerstands- und Bauflächenmanagement. Ein kommunales Förderprogramm unterstützt Investitionen von Privateigentümern in Bestandsgebäude.

Die Kommune selbst hat mehr als ein Dutzend sogenannte Schrottimmobilien erworben und beseitigt. Die freigeräumten Flächen konnten zur Aufwertung und dauerhaften Sicherung der Nachbaranwesen bzw. als eigenständige Bauplätze veräußert werden oder wurden öffentlichen Nutzungen zugeführt. In Lauenstein entstand dadurch eine Parkscheune mit 22 Stellplätzen. Beispielgebend ist der Erwerb und Umbau des Wohn- und Geschäftshauses „Kronacher Straße 14“ wodurch ein innerstädtischer Leerstand beseitigt wurde.

Insgesamt wurden in den vergangenen zehn Jahren mehr als 30 städtebauliche Einzelprojekte mit dem Fokus auf die Innenentwicklung vorangebracht.

Intelligente Lösungen gefragt

Damit hat Ludwigsstadt die Bedingungen für die Verleihung des Gütesiegels erfüllt. „Boden ist nicht vermehrbar, daher ist der Schutz von Böden und Flächen wichtiger denn je. Böden sind bedeutend für unsere Ökosysteme. Flächensparen bedeutet, fruchtbaren Boden zu erhalten und unsere einzigartigen Landschaften zu schützen.“, so Umweltminister Thorsten Glauber. In Partnerschaft mit den Kommunen wolle der Freistaat den Flächenverbrauch in Bayern deutlich senken. Flächenschutz gehe nur gemeinsam. „Gleichzeitig gilt: Die Kommunen sollen weiterhin Entwicklungschancen nutzen. Wir brauchen intelligente Lösungen zur besseren Flächennutzung, etwa durch Entsiegelung, Flächenrecycling und die Belebung von Ortskernen. Die ausgezeichneten Kommunen zeigen mit ihren Ideen, wie es geht.“

Auch Bayerns Bauministerin Kerstin Schreyer würdigte die ausgezeichneten Kommunen. „Flächenverbrauch zu reduzieren und neuen Wohnraum zu schaffen, muss sich nicht ausschließen. Das Bauministerium unterstützt die Kommunen bei ihren Bemühungen insbesondere im Rahmen der Städtebauförderung.“ Und Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert unterstrich: „Wir haben ein deutliches Signal gesetzt. Wir möchten unsere Heimat aktiv schützen, um kommenden Generationen Entwicklungsspielräume und ein lebenswertes Umfeld zu sichern. Die Preisträger des Gütesiegels ‚Flächenbewusste Kommune’ zeigen dabei herausragende Eigeninitiative und sind Vorbilder für andere Kommunen.“ red

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