Ludwigsstadt Kopfüber auf der Erfolgsspur

Ludwigsstadts Bürgermeister Timo Ehrhardt ehrt Hanna Staub. Foto: /Heike Schülein

Seit 2016 trainiert Hanna Staub in Oberhof Skeleton. Für ihre herausragenden Leistungen wurde die gebürtige Lauensteinerin nun in ihrer Heimat geehrt.

Ludwigsstadt - Bäuchlings und mit dem Kopf voran: Seit fünf Jahren stürzt sich die Skeleton-Pilotin Hanna Staub auf ihrem 34 Kilogramm schweren Schlitten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 140 Stundenkilometern durch den Eiskanal. Bei verschiedenen Meisterschaften konnte die Leistungssportlerin, die für den RRV Sonneberg an den Start geht, bereits jede Menge Top-Ten-Platzierungen erreichen.

„Der wichtigste Moment ist der Start, weil man hier den Schwung für die Fahrt holt“, verdeutlicht die 19-Jährige. „Bremsen gibt es nicht“, erklärt die Skeletoni. Wichtig sei die Position auf dem Schlitten: Je weniger Luftwiderstand die Athleten geben, desto weniger Zeit verlieren sie auf der Eisbahn. In der Bahn müsse man die Geschwindigkeit vom Start mitnehmen, den Schlitten durch den Kanal lenken und dabei möglichst nicht die Banden berühren. Klingt nach einer echten Herausforderung … und ziemlich gefährlich!

„Dass man sich mal wehtut, bleibt nicht aus“, räumt sie ein. Wenn man sich verletze, handele es sich – so die Lauensteinerin – immer um Fahrfehler. Auch sie habe es schon aus der Bahn geworfen und sie habe auch schon eine Gehirnerschütterung erlitten, als sie auf das Eis geknallt sei. Angst habe sie nicht – und dürfe man auch nicht haben, da man sonst nicht so locker und damit langsamer fahren würde.

Nachwuchskader

Hanna Staub gehört der Sport und Beruf vereinenden Sportfördergruppe der Bundespolizei Bad Endorf im Nachwuchskader 1 an. Ihr Stützpunkt ist in Oberhof in Thüringen, wo sie auch lebt. Die Sportfördergruppe bietet eine vierjährige berufliche Ausbildung während der sportlichen Laufbahn. Die Ausbildung erstreckt sich auf jeweils vier Monate pro Jahr. „Den Rest wird man fürs Training am Stützpunkt freigestellt“, ist die Polizeianwärterin dankbar, die nach ihrer sportlichen Karriere in das Berufsleben zunächst im mittleren Dienst bei der Bundespolizei einsteigen kann. Ihre Ausbildung in Bad Endorf begann sie 2020; Leistungssportlerin ist sie seit 2016.

„Mir hat Rodeln schon immer Spaß gemacht“, verrät die ehemalige Maximilian-von-Welsch-Realschülerin. Einige Trainer meinten, dass sie mit ihren damals 14 Jahren fürs Rodeln schon zu alt sei. Doch in der Saison 2018/19 nahm sie erstmals an den deutschen Skeleton-Meisterschaften teil.

Ein Jahr später, bei den deutschen Meisterschaften 2020, belegte sie den neunten Platz. Zudem qualifizierte sie sich für das Europacup-Team, sodass sie am 8. Dezember 2019 ihr Debüt im Skeleton-Europacup geben durfte, wobei sie gleich den dritten Platz schaffte. Am Ende der Saison 2019/20 belegte sie in der Gesamtwertung des Europacup-Weltcups den fünften Platz. Noch besser lief es für sie 2020/21, als für sie am Ende Platz Zwei zu Buche stand.

Olympia 2026 oder 2030 ist das große Ziel von Hanna Staub, der nun Ludwigsstadts Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) als Würdigung ihrer außergewöhnlichen sportlichen Leistung die Urkunde der Stadt Ludwigsstadt und ein Präsent mit heimischen Produkten überreichte. Die Profisportlerin sei ein echtes Aushängeschild für Lauenstein, wo Wintersport eine lange Tradition habe, hieß es. Dankbar wäre Hanna Staub übrigens für Sponsoren.

 

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