Ludwigsstadt - Der Geist des "Keenichs" geht um. Offenbar sei ihm seine komfortable Gruft nicht gut genug oder ihn verlange nach frischer Luft, räsoniert Evi Heyder als Totengräber. So schnell jedenfalls jage ihr die ansonsten "schweichsame" Kundschaft keinen Schrecken ein. Gleich zu Beginn wird klar: In der Tragödie darf gelacht werden. Dafür hat Shakespeare Figuren angelegt, die auch in Ludwigsstadt bestens funktionieren. Nach sechs Komödien sollte "ein richtiger Hammer-Klassiker drin sein", meint Intendant Daniel Leistner bei der Premiere am Mittwoch und beugt aufkeimender Ehrfurcht vor der Hochkultur sofort vor: "Verständlich, unterhaltsam und volksnah" werde seine Inszenierung sein. Und in der Tat geht es in den nächsten 90 Minuten auf der Bühne rasant zur Sache bis buchstäblich alle tot sind. Bis auf die Zuschauer: Die werden bestens unterhalten mit der Geschichte von Liebe, Neid, Gier, Wut, Eifersucht und Rache.
Ludwigsstadt Wahnwitz und Wahnsinn
Nicole Julien-Mann 05.10.2017 - 19:18 Uhr