Ludwigsstadt Wie ein Sechser im Lotto

Die Sanierung der Hermann-Söllner-Halle ist in den Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten aufgenommen worden. Foto: /Heike Schülein

Die Stadt hat sich um die Aufnahme in ein neues Förderprogramm beworben. Mit Erfolg.

Ludwigsstadt - In seiner letzten Sitzung in diesem Jahr hat der Bau- und Hauptausschuss des Stadtrats Ludwigsstadt die Weichen für den Haushalt 2021 gestellt. Der Ausschuss genehmigte beispielsweise die Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen für die Feuerwehren der Stadt Ludwigsstadt von insgesamt 24 015 Euro. Beschlossen wurde zudem die Ersatzbeschaffung eines Mannschaftstransportwagens für die Ebersdorf Wehr. Für die Feuerwehr Lauenstein wird für 2022 die Beschaffung eines LF10-Löschfahrzeugs eingeplant.

Ersatz- bzw. Neuanschaffungen in Höhe von insgesamt 366.000 Euro stehen auch für den Fuhrpark des Bauhofs an. Beschlossen wurden für 2021 etwa die Beschaffungen eines Unimogs sowie eines Lastwagens. Im Gremium wurden Stimmen laut, ob nicht die Anschaffung eines Kommunal-Traktors die bessere Alternative zum Unimog wäre.

Nach Auffassung von 2. Bürgermeister Maximilian Heyder (CSU) sei dieser multifunktionaler. Zudem haderte er mit der Entscheidung, dass der alte Lkw ersetzt werden soll. „Neun Jahre – das ist doch kein Alter für einen Lkw“, meinte er. Laut Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) allerdings wurden die Anschaffungen mit dem Bauhofpersonal abgestimmt. Der vorhandene Lkw weise Mängel auf. „Wenn wir das Fahrzeug jetzt nicht austauschen, kommen hohe Reparaturkosten auf uns zu“, gab er zu bedenken. Hermann Feuerpfeil (FW) fragte nach, ob man zwecks Kosteneinsparung mit Nachbarkommunen kooperieren könne. Dies verneinte der Bürgermeister. Die endgültige Entscheidung obliegt dem Stadtrat.

Ehrhardt informierte über die Kostenfortschreibung für die beschlossene Generalsanierung und Erweiterung des Lauenhainer AWO-Kindergartens. Mittlerweile liege die Kostenberechnung für die technische Gebäude-Ausstattung vor. Die zu erwartenden Gesamtkosten belaufen sich auf 950 000 Euro. Nach Kostenschätzung ging man bislang von 880 000 Euro aus. Das Architekturbüro Müller erarbeitet aktuell den Zuwendungsantrag. Man rechnet mit einer Förderung zwischen 75 und 90 Prozent, sodass sich – nach Abzug der von der AWO übernommenen Möblierung für 34 000 Euro – ein Eigenanteil zwischen 196 000 und 316 000 Euro ergibt. „Mir waren schon beim Beschluss im Stadtrat die Kosten zu hoch und ich werde auch heute wieder dagegen stimmen“, kündigte Maximilian Heyder (CSU) an. Das Architekturbüro habe nunmehr erneut mit seiner Kostenschätzung danebengelegen. Nach der Ausschreibung werde man wohl bei über 1,2 Millionen Euro liegen. Die Kostenberechnung wurde bei zwei Gegenstimmen anerkannt.

Unterstützung für neun Maßnahmen

Laut Ehrhardt wurden über das Kommunale Förderprogramm in diesem Jahr bislang neun Einzelmaßnahmen privater Eigentümer mit einem Gesamtzuschuss von 100 000 Euro unterstützt. Zahlreiche weitere förderfähige Maßnahmen befinden sich in Planung oder baulicher Umsetzung. Für 2021 wird ein neuer Jahresantrag bei der Regierung für das Kommunale Förderprogramm und die Sanierungsberatung gestellt, wiederum mit einem festgelegten Fördervolumen von 100 000 Euro. Für die Sanierungsberatungen ist mit Kosten von 15 000 Euro zu rechnen. Der voraussichtliche Fördersatz beträgt 60 Prozent. Für 2021 war der Regierung der voraussichtliche Bedarf an Städtebaufördermitteln zu melden. Das zu erwartende Volumen an förderfähigen Kosten beläuft sich für das Sanierungsgebiet in Lauenstein auf 1,47 Millionen Euro und in Ludwigsstadt auf 1,33 Millionen Euro.

Die Sanierung und Erweiterung der Hermann-Söllner-Halle wurde als Maßnahme des Investitionspakts zur Förderung von Sportstätten ausgewählt und ein Zuschuss von 1,699 Millionen Euro bereitgestellt. „Das ist wie ein Sechser im Lotto“, zeigte sich Ehrhardt dankbar. Der Fördersatz beträgt 90 Prozent. Die bestehende Vorplanung muss konkretisiert und ein Zuwendungsantrag erstellt werden. Dies wird das Jahr 2021 in Anspruch nehmen. Mit der baulichen Umsetzung ist 2022/2023 zu rechnen. Maximilian Heyder (CSU) appellierte, das Beste aus dieser „Wahnsinns-Chance“ zu machen.

Generalsaniert werden soll auch die Sport- und Kulturhalle Ebersdorf, wofür Investitionen für die Sanitärbereiche, den Hallenboden und die Bestuhlung vorgesehen waren. Im Zuge einer Vorplanung soll ein Planungsbüro ein Gesamtkonzept erarbeiten, auf dessen Basis Fördermöglichkeiten geprüft werden. Alternativ könnte die Umsetzung in Eigenverantwortung der Stadt in kleineren Teilmaßnahmen erfolgen. Bei angenommenen Sanierungskosten von einer Million Euro belaufen sich die Kosten auf 15 000 Euro. Die kleineren Sanierungen werden bis zur Aufstellung des Gesamtsanierungskonzepts zurückgestellt. Nächster Schritt ist die Auswahl eines Planers.

 
 

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