Luftgewehr-Bundesliga Süd SG Coburg hält Kurs auf DM-Finale

Wolfgang Desombre

Mit einem 3:2-Sieg gegen Fürth untermauert Coburg in der Luftgewehr-Bundesliga seine Ambitionen auf die DM-Endrunde. Gegen Spitzenreiter Vöhringen setzt es allerdings eine 0:5-Niederlage.

Coburg - Oberschützenmeister Stefan Stahl brachte die Erleichterung bei der SG Coburg in zweifacher Hinsicht nach dem Heimwettkampf in der Luftgewehr-Bundesliga Süd auf den Punkt. „Wir sind glücklich, dass wir gegen Fürth gewonnen und damit weiter beste Chancen haben, die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft zu erreichen.“ Froh war er gleichzeitig darüber, dass die Organisatoren und Helfer den kurzfristig erschwerten Anforderungen nach der Verschärfung der Corona-Vorgaben optimal gerecht wurden. Erst am Freitag hatte die SG erfahren, dass FFP2-Maskenpflicht auch wieder in der Pestalozzi-Halle galt und neben Geimpften und Genenesenen nur PCR-gestestete Zuschauer zugelassen waren. „Angesichts dieser Umstände sind wir mit den insgesamt zwischen 400 und 450 Besuchern sehr zufrieden“, sagte er gegenüber unserer Zeitung.

Erneut Sieg und Niederlage

Aus sportlicher Sicht brachte dieser dritte Rundenwettkampf bereits die dritte Kombination aus jeweils einem Sieg und einer Niederlage. Gegen den Tabellenersten SV Pfeil Vöhringen unterlag das „Team CO“ am Samstag mit 0:5. Bei der zweiten Begegnung am Sonntag konnten sich Kapitän Jürgen Wallowsky und seine Mitstreiter mit 3:2 gegen ein weiteres Topteam, die SSG Dynamit-Fürth, durchsetzen.

Das dritte Wettkampf-Wochenende in der Luftgewehr-Bundesliga Süd war für die Vestestädter trotz der Niederlage gegen Vöhringen, die nach Meinung von Experten zu hoch ausgefallen ist, erfolgreich. Sie haben weiter die Chance, am Ende einen der vier oberen Tabellenränge und damit die Teilnahme am DM-Finale zu erreichen. Der Traum, nach 2008, 2009 und 2015 zum vierten Mal den nationalen Titel zu holen, lebt weiter.

An diesem Wochenende waren die Mannschaften aus Diessen am Ammersee, Brigachtal, Kronau, Fürth und Vöhringen zu Gast in Coburg. In der Pestalozzi-Sporthalle wurden insgesamt sechs Wettkämpfe auszutragen. Am Samstagnachmittag eröffneten die Teams aus Diessen und Brigachtal die Begegnungen, ehe Kronau auf Fürth traf.

Wallowsky an Position 1

In der letzten Partie des Tages musste sich das „Team CO“ dem Tabellenführer aus dem schwäbischen Vöhringen, der in dieser Begegnung als klarer Favorit zu sehen war. Die Gastgeber gingen mit Altmeister Jürgen „Wallo“ Wallowsky in die Spitzenpaarungen, an Position zwei startete der österreichische Spitzenschütze Bernhard Pickl. Sabrina Hößl sollte in den Mittelpaarungen ihre Punkte holen, an 4 und 5 waren wie gewohnt Manuel Wittmann und der Polizeibeamte Andreas Geuther bei der SG gesetzt.

„Ich erwarte zwei Siege, denn die schweren Nüsse sind zu knacken und deshalb sind Siege machbar“, wünschte sich kurz vor Beginn der ersten Begegnung Oberschützenmeister Stefan Stahl. Die beiden Mannschaften seien im Level gleich und die Coburger seien bei den Heimwettbewerben immer besser als auswärts, lautete seine Hoffnung.

Mit seinen 55 Jahren legte Jürgen Wallowsky in den ersten beiden Serien jeweils optimale 100 Ringe vor. In den beiden folgenden Serien war „Wallo“ dann aber nicht mehr so treffsicher und vergab mit 98 und 99 die zum Schluss fehlenden drei Ringe. Michaela Kögel aus Vöhringen hatte die erste Serie mit 97 Ringen abgeschlossen und brillierte mit jeweils 100 bei den nächsten drei Serien zum 397:397-Gleichstand. Im Stechen sicherte sich Kögel dann mit einer weiteren 10 knapp den Sieg.

Bernhard Pickl, Sabrina Hößl und Manuel Wittmann schossen jeweils „nur“ eine Serie mit 100 Ringen und verloren in den anderen Serien an Boden. Andreas Geuther hatte in den ersten beiden Serien „geschwächelt“, sich dann mit 99 Ringen etwas verbessert und in der vierten Serie 98 Ringe erzielt.

Spannend, packend und fair

Die Wettkämpfe am Sonntag begannen mit dem Duell Kronau gegen Diessen, danach folgte Brigachtal gegen Vöhringen. Den Abschluss machten die Schützen der SG Coburg gegen Fürth. Spannend, packend und fair verlief die Party gegen die Mittelfranken. Der Österreicher Bernhard Pickl feierte im SG-Team seine Saisonpremiere. Mitreißend waren diese Duelle auch für den Repräsentanten des Deutschen Schützenbundes, Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha, der seinen Schützenkameradinnen und -kameraden einen Besuch abstattete.

Unter Wert geschlagen

In der Begegnung gegen SV Pfeil Vöhringen seien seine Schützlinge deutlich unter Wert geschlagen worden, analysierte Coburgs Teammanager Reinhard Mohr. Ein Sieg sei zwar nicht zu erwarten gewesen, aber das 0:5 würde die Leistung des Teams nicht richtig widerspiegeln. Beim Aufeinandertreffen der Coburger mit den Schützen aus Fürth hätten die SGler „einen guten Job gemacht“, lobte Mohr am Sonntag. Er habe auch in diesem Kampf enge Ergebnisse und eventuell ein Stechen erwartet und am Ende sei dieser Sieg mehr als verdient. Nach diesen beiden Begegnungen seien die Coburger nach wie vor im Rennen um die Teilnahme am Finale. Mit den am stärksten eingeschätzten Gegnern in der Liga habe man es nun bereits zu tun gehabt und es stünden nun noch fünf Wettbewerbe aus, von denen drei durchaus lösbare Aufgaben sein müssten. „Es können“, so Mohr, „also noch genug Punkte geholt werden, um das Finale zu erreichen“.

Ergebnisse

Samstag:

Kgl. privil. FSG Diessen am Ammersee – SSVg Brigachtal 0:5 (1950:1971). Marton Istvan Klenczner – Peter Sidi 396:397, Maximilian Ulbrich – Selina Gschwandtner 392:393, Stephan Sanktjohanser – Annika Hurtig 386:391, Amelie Anton – Kerstin Kohler 386:396, Ines Maierhofer – Nathalie Loser 390:394.

SSV Kronach – SSG Dynamit-Fürth 1:4 (1962:1975). Larissa Weindorf – Dominik Fischer 395:396, Lana Wurster – Nadine Ungerank 388:396, Melanie Nietschke – Maximilian Wolf 394:397, Colin Fix – Silvia Rachl 393: 391.

SG Coburg – SV Pfeil Vöhringen 0:5 (1969:1979). Jürgen Wallowsky – Michaela Kögel 397:397 (Stechschuss 9:10), Bernhard Pickl – Andreas Renz 395:396, Sabrina Hößl – Antonia Back 393:397, Manuel Wittmann – Hannah Steffen 394:396, Andreas Geuther – Alisa Zirfaß 390:393.

Sonntag:

SSV Kronau – Kgl. privil. FSG Dießen am Ammersee 4:1 (1963:1955). Larissa Weindorf – Marton Istvan Klenczner 396:393, Lana Wurster – Maximilian Ulbrich 391:392, Melanie Nietschke – Stephan Sanktjohanser 391:391 (Stechschuss 10:9), Colin Fix – Amelie Anton 394:389, Steffen Hillenbrand – Ines Maierhofer 391:390.

SSVg Brigachtal – SV Pfeil Vöhringen 0:5 (1958:1977). Peter Sidi – Michaela Kögel 397:397 (Stechschuss 9:10,1), Annika Hurtig – Andreas Renz 392:393, Kerstin Kohler – Antonia Back 388:393, Nathalie Loser – Hannah Steffen 394:398, Sabrina Klauer – Alisa Zirfaß 387:396.

SG Coburg – SSG Dynamit-Fürth 3:2 (1957:1965). Jürgen Wallowsky – Kladvija Jerovsek 395:394, Bernhard Pickl – Dominik Fischer 398:394, Sabrina Hößl – Maximilian Wolf 389:398, Manuel Wittmann – Sandro Schrüfer 391:389, Andreas Geuther – Pascal Walter 384:390.

Tabellenstand:

1. SV Pfeil Vöhringen 27:3 12:0

2. Der Bund München 20:10 10:2

3. SSG Dynamit-Fürth 19:11 8:4

4. SV Niederlauterbach 17:13 8:4

5. SV Germ. Prittlbach 16:14 8:4

6. SSVg Brigachtal 16:14 6:6

7. SG Coburg 12:18 6:6

8. Eichenlaub Saltendorf 13:17 4:8

9. KKS Königsbach 12:18 4:8

10. SSV Kronau 11:19 4:8

11. Kgl. privil. FSG Diessen 8:22 2:10

12. SV Hubertus Kastl 9:21 0:12

 

Bilder