Vincentz nutzte die Situation. Bei der Wahl der nächsten Listenplätze ging er ein ums andere Mal ans Mikrofon und benannte im Eiltempo seine Leute. Bis Listenplatz 34 standen schließlich nur Vertreter aus dem Vincentz-Lager auf den Stimmzetteln der Delegierten. Mit klarer Mehrheit wurden alle gewählt.
Droht nun eine Amtsenthebung?
Für Vincentz verschärft sich damit der Konflikt mit dem Bundesvorstand. In seinem Brief an Weidel und Chrupalla schrieb er selbst, dass im AfD-Bundesvorstand "dem Vernehmen nach" am Montag über die Absetzung des NRW-Landesvorstands beraten werden solle. In einer Rede auf dem Parteitag betonte er, dass er trotzdem zu seinem Kurs stehe, "selbst für den Fall, dass mich das meinen Kopf als Landessprecher kostet".
Aus Kreisen der Bundes-AfD wurde bestätigt, dass es im Falle einer weiteren Eskalation am Montag erneut Beratungen im Vorstand geben dürfte. Schon bei einer Telefonkonferenz der AfD-Landesvorsitzenden mit Weidel und Chrupalla am Freitagmorgen habe sich eine große Mehrheit der anderen Landesverbände für einen Abbruch des NRW-Wahlparteitags ausgesprochen - mit dem Ziel, bei einem neuen Parteitag eine Kandidatenliste möglichst im Konsens zu beschließen.