Mandelduft und gute Laune Endlich wieder Kerwa-Vergnügen

An diesem Wochenende füllen sich die Eberner Straßen wieder mit Menschen. Endlich kann man, den Pandemie-Lockerungen sei Dank, wieder eine kleine Kirchweih feiern. Foto: /Katja Paczynski

Ebern feiert seine „Laurentius-Kirchweih“ und die Freude darüber ist bei allen riesig. Zwar gibt es nicht das ganze vollumfängliche Programm wie die Jahre zuvor. Und doch hat man einiges auf die Beine gestellt.

Ebern - „Zum Kirchweih-Wochenende in unserer 35 Ortsteile umfassenden Stadt wünsche ich allen, auch im Namen des Stadtrates und der Verwaltung, eine schöne, harmonische und abwechslungsreiche Kirchweih mit vielen Begegnungen und Gesprächen. Es wäre schön, wenn dieses bunte Programm auch von vielen angenommen würde.“ Harald Pascher, Eberns zweiter Bürgermeister, freut sich sehr, dass vom heutigen Donnerstag, 16. September, bis 20. September endlich wieder Kirchweih gefeiert werden kann. Zwar in etwas abgespeckter Form – aber immerhin!

Die Kirchweih oder „Kerwa“ ist eine besonders in Bayern fest verankerte Tradition, die durch die Corona-Pandemie etwa ins Wanken geraten ist. Zum Glück kamen in den letzten Wochen doch einige Lockerungen, die eine „verkleinerte Kirchweih“ möglich machen und so gut es geht wieder Mandelduft und gute Laune in die Stadt zaubern. Die „Eberner Kirchweih“ bietet dazu ihren traditionellen Kirchweihmarkt, einen verkaufsoffenen Sonntag und einen Vergnügungspark mit Fahrgeschäften auf dem Wohnmobilplatz.

Aufgrund der Covid-19-Vorschriften müssen einige größere Veranstaltungen wie der Kirchweihtanz der Fleisch- und Wurstfreunde Ebern-Heubach entfallen. Den Verantwortlichen ist es dennoch gelungen, ein interessantes Rahmenprogramm aufzustellen, zu dem auch noch die Ausrichtung der „Europäischen Mobilitätswoche“ eine willkommene Bereicherung bietet.

Ursprünglich geht die „Kerwa“ auf die Einweihung einer Kirche oder den Namenstag des Heiligen zurück, dem die Kirche geweiht ist. Daraus hat sich dann ein mehrtägiges Volksfest entwickelt. Die Entstehung des ersten 1232 zur Pfarrkirche erhobenen Eberner Gotteshauses ist unbekannt. Die Fundamente für den heutigen Bau sind wahrscheinlich in einer romanischen Basilika zu suchen, die im Jahre 1430 bei einem Stadtbrand zerstört wurde und deren Ruinen 1456 endgültig einstürzten.

Anschließend begann der Neubau und an der Westempore dokumentiert die Jahreszahl 1491 wohl den Bauabschluss. 1783 wurde der Kirchturm nach einem erneuten Brand mit der heutigen Kuppel bekrönt. Die steinerne Kanzel ist eine bemerkenswerte Renaissancearbeit von Hans Schlachter aus dem Jahre 1585. Am Sonntag wird um 10 Uhr in der Pfarrkirche der Festgottesdienst zur Kirchweih gefeiert.

Anschließend, um 11 Uhr, ist die Eröffnung des Kirchweihmarktes, zu dem sich wieder Händler und Fieranten angemeldet haben und die zwischen dem Stadtbrunnen und dem Grauturm, dem größten und schönsten Turm des „Eberner Kegelspiels“, ihre Waren und saisonalen Produkte anbieten werden. Ab 13 Uhr laden die Eberner Geschäfte auch zu einem „verkaufsoffenen Sonntag“ ein und über die Kirchweihtage gibt es für die Jugend und Junggebliebenen einen Vergnügungspark. Für das leibliche Wohl ist auf dem Markt und auch in der Gastronomie bestens gesorgt. „Bitte beachten sie bei allen Aktionen die aktuellen Coronaregeln und bleiben sie gesund“, so Harald Pascher.

Und noch eine Veranstaltung, die ebenfalls in diesem Zeitraum stattfindet, liegt dem zweiten Bürgermeister am Herzen: „Hinweisen möchte ich auch darauf, dass die Stadt Ebern gemeinsam mit dem Verein ‚Wir gestalten Heimat’ vom 16. bis 22. September die ‚Europäische Mobilitätswoche’ ausrichtet und sich auch hier Bürger und Gäste beteiligen können.“ Die Europäische Mobilitätswoche (EMW) ist die bekannteste Plattform, um kommunale Mobilitätsangebote öffentlichkeitswirksam darzustellen. Dabei geht es darum, der Öffentlichkeit zugunsten der Lebensqualität in ihrer Heimat eine neue Perspektive zu ihrem bisherigen Mobilitätsverhalten zu eröffnen.

Die Organisatoren haben sich dazu interessante Aktionen und Veranstaltungen einfallen lassen, die im Zeitraum vom heutigen Donnerstag, 16. September, bis zum 22. September stattfinden. Die offizielle Eröffnung der EMW ist am heutigen Donnerstag, 16. September, um 18 Uhr am Eberner Bahnhof.

Ebenso gibt es am Haßfurter Bahnhof eine Kick-off-Veranstaltung: Guten-Morgen-Goodies für die Fahrgäste der Öffis. An jedem Wochentag gibt es aber auch „Heimat-Radeln-Touren“ über den ganzen Landkreis verstreut und eine „Mitfahrbank-Rallye“, bei der die Teilnehmer die mehr als 70 Mitfahrbänke testen und versuchen wollen, so viel Kilometer wie möglich zu fahren.

Die „Mobilitätsshow“ am Sonntag 19. September auf dem Areal des Schlosses Eyrichshof, zu welchem es auch Sternfahrten mit dem Rad gibt, wird sicherlich zu einem ganz besonderen Anziehungspunkt werden. Dort gibt es von 14 bis 18 Uhr eine Ausstellung von Elektro-Autos fast aller Marken, aber auch von Pedelecs, E-Lastenrädern und E-Rikschas. Bei Fachvorträgen um 15 Uhr zum „Stand der Technik“ und um 16 Uhr über die „Praxis der Mobilität“ kann man sich bestens informieren. Außerdem ist umweltfreundliches Shuttle und Sharing mit dem E-London-Taxi möglich sowie mit E-Lastenrädern von der Innenstadt zum Schloss.

Außerdem wird an diesem Tag auch der „Burgenwinkel-Expresse“ eine Haltestelle in Eyrichshof einrichten. Schon am Samstag, 18. September, findet von 14 bis 17 Uhr in der „Frauengrundhalle“ in Ebern ein Zukunftsforum zu nachhaltiger Mobilität statt (die Neue Presse berichtete).

Es gibt aber auch weitere interessante Vorstellungen und Aktionen. Am Freitag, 18. September, mit „Bikes gegen Cars“ und Dienstag, 21. September, mit „Tomorrow“ werden jeweils um 19 Uhr im „Capital-Theater Zeil“ unter dem Namen „Mobilkino“ Filme gezeigt. “Bikes gegen Cars“ ist dabei ein schwedischer Dokumentarfilm mit Radfahrenden auf der einen Seite und Autoliebhabern auf der anderen.

Der Film zeigt, wie Städte von Autos dominiert werden mit verheerenden Auswirkungen auf Mensch und Umwelt sowie junge Menschen in ihrem Kampf um mehr Platz für Fahrräder auf der Straße. „Tomorrow“ ist ein Film über Lösungen, die wir brauchen, um den globalen ökologischen Kollaps aufzuhalten.

Am Mittwoch, 22. September, sind Schulen und Betriebe eingeladen, völlig auf das Auto verzichten und Punkte als Fußgänger und Radfahrer zu sammeln. Vom Montag, 20. September, bis Freitag, 24. September, dokumentieren Kinder der teilnehmenden Schulen eine Woche lang ihre Schulwege und führen darüber ein Schulweg-Tagebuch.

Weitere detaillierte Informationen und Teilnahmeunterlagen zu den Radtouren, der Mitfahrbank-Ralley, dem Forum, der Mobility-Show sowie zu den Fachvorträgen finde man auch auf der Homepage des Vereins „Wir gestalten Heimat e.V.“.

 

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