1800 erstmals aufgeführt
Das Trauerspiel „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller wurde am 14. Juni 1800 im Hoftheater zu Weimar uraufgeführt. Schauplatz der Tragödie ist England im 16. Jahrhundert. Das Stück beginnt an dem Punkt, an dem das Schicksal Marias schon besiegelt ist. Seit fast zwanzig Jahren ist die „Queen of Scots“ Gefangene der englischen Königin. Nach einem tödlichen Attentat auf ihren Ehemann war die schottische Königin zur Flucht zu ihren Verwandten nach England gezwungen. Aus Angst, dass Maria ihren Anspruch auf den englischen Thron erheben könnte, lässt Elisabeth sie prompt auf Schloss Fotheringhay einsperren. Elisabeth, die „Virgin Queen“, die jungfräuliche Königin, steht unter Druck. Ihr Volk drängt sie zur Heirat und verlangt die Hinrichtung Marias. Auch ihre Berater nötigen sie, nach Jahren des Zögerns endlich zu handeln – Lord Burleigh (Gerald Weiß) fordert eine schnelle Hochzeit zum Wohl des Staates; Lord Shrewsbury (Volker Figge) der ehemalige Wächter Marias, mahnt zu Milde. Der janusköpfige, aalglatte Günstling, Graf Leicester (Bernd Beleb), indessen spekuliert selbst auf eine Heirat mit Elisabeth und pocht auf ein Treffen der beiden Königinnen. Während Elisabeth von allen Richtungen vereinnahmt wird, plant der junge Mortimer (Lukas Reinsch) auf Fotheringhay die gewaltsame Befreiung Maria Stuarts und treibt so die Geschichte ihrem unweigerlich blutigen Ende entgegen.