Stuttgart - Exakt dreimal fragte die Moderatorin Maybrit Illner am Donnerstagabend in ihrer Talkrunde den AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla aus Sachsen, auf wessen Seite er nun stehe: Auf der von AfD-Parteichef Jörg Meuthen, der das Gerede von einer Corona-Diktatur für falsch hält, oder der vom AfD-Ehrenvorsitzenden Alexander Gauland, der gerade dieses Wort geprägt hat. Exakt dreimal erhielt sie dann von Chrupalla ausweichende Antworten: „Es gibt keine Seite für mich“, so Chrupalla. Als Bundessprecher habe er eine integrative Funkion für alle Strömungen, und da gebe es nun mal die soziale, die patriotische und die konservative Ausrichtung. Und Meuthen sei bis Ende nächsten Jahres als Bundesvorsitzender gewählt, er werde mit ihm gut zusammenarbeiten. Dass er auf dem AfD-Parteitag den Meuthen-kritischen Satz gesagt hat, man „wasche öffentlich keine schmutzige Wäsche“, das musste ihm Moderatorin Illner vorhalten, führte dann aber auch nicht zu einer näheren Positionierung.