Wiesenfeld - Will man Ulrich Voigt strahlen sehen, muss man ihn nur auf sein Hobby ansprechen. Das nämlich ist ein ganz Besonderes: Der 64-Jährige ist seit gut eineinhalb Jahren als Hobbysteinzeitforscher rund um Coburg und Lichtenfels unterwegs. „Das ist gut für Körper, Geist und Seele“, schwärmt der Wiesenfelder und blickt auf Teile seiner Sammlung, die er auf dem Tisch vor sich ausgebreitet hat. Fein säuberlich hat er die Fundstücke kategorisiert, unterteilt nach Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit und danach ob diese von der Natur (Geofakt) oder von Menschenhand (Artefakt) geschaffen wurden. Steine unterschiedlicher Art gibt es da zu sehen, Fragmente von Fossilien, den Oberschenkelknochen eines Pferdes und Dinge, von denen Ulrich Voigt nicht ganz sicher ist, was er da eigentlich vor sich hat. Das aber stört ihn nicht unbedingt, denn: „Das ist wie Detektivarbeit, ich bin als Sherlock Holmes unterwegs.“ Denn was er bei seinen Rundgängen über die Äcker so findet, wird zuhause genau analysiert. Auch der Austausch mit anderen Hobbyarchäologen sei immens wichtig. „Es geht um Geschichte und Geschichten. Jemand, der sich für Archäologie begeistert, will ja immer auch die Geschichte dahinter finden“, bekräftigt der Steinzeitforscher, der sich bewusst nur mit Funden aus seiner näheren Heimat beschäftigt.
Mein Hobby: Steinzeitforschung Mit Adleraugen auf den Äckern der Region unterwegs
Stefanie Nickmann 05.11.2021 - 11:29 Uhr