Mit kühler Sachlichkeit vorgetragen, wirkt das vernichtende Urteil umso verheerender. Das letzte Kapitel des zum Schauerstück gewordenen Märchens über Aufstieg und Fall des Karl-Theodor zu Guttenberg erweckt den Anschein professoraler Nüchternheit und setzt doch ganz gezielt ein paar Nadelstiche mit Unterton, etwa wenn die Uni Bayreuth in ihrem Abschlussbericht zur Plagiatsaffäre "nicht nachzuvollziehen" vermag, "dass jemand, der über Jahre Quellen für seine Dissertation bearbeitet, derart in einen Zustand der Dauervergesslichkeit gerät, dass ihm die allerorten in seiner Arbeit nachweisbaren Falschangaben vollständig aus dem Bewusstsein geraten". Das ist so nett formuliert und gleichzeitig so zuspitzend, dass es auch vom einstigen Doktoranden stammen könnte. Geradezu genüsslich nimmt der Bericht der Uni die Stellungnahme des Ex-Verteidigungsministers auf und auseinander. Vermutlich ist diese Süffisanz sogar unvermeidbar, obwohl ja durchaus vorstellbar gewesen wäre, die Plagiate schlicht aufzulisten, den Täuschungsvorsatz zu formulieren und zu belegen und die Stellungnahme des Freiherrn wiederzugeben.